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Nicht alle wollten Merkel

Etliche Gegenstimmen aus eigenem Lager bei Wahl zur Bundeskanzerlin

Berlin. Angela Merkel ist mit großer Mehrheit zum dritten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden. Allerdings stimmten etliche Abgeordnete der Großen Koalition gegen die 59-jährige CDU-Chefin. Sie erhielt von 621 abgegebenen Stimmen 462 Ja-Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von 74,39 Prozent. Für die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang reichten 316 Stimmen. Union und SPD haben 504 Sitze im neuen Bundestag.

Diesmal gab es 150 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen. Die gesamte Opposition von Linken und Grünen hat 127 Stimmen, wäre sie vollständig anwesend gewesen. Es muss damit auch mindestens 23 Gegenstimmen aus den schwarz-roten Reihen gegeben haben.

Jedoch bekam Merkel mehr Rückendeckung als 2005 zum Start ihrer ersten großen Koalition und Kanzlerschaft. Damals erreichte sie 64,97 Prozent - allerdings saß da auch noch die FDP mit im Parlament, so dass die schwarz-rote Mehrheit kleiner war.

Am Dienstagvormittag erhielt Merkel die Ernennungsurkunde von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue. Sie sollte dann im Bundestag vereidigt werden. Am Mittwoch fliegt die Kanzlerin zur ersten Auslandsreise dieser Amtszeit nach Paris.

Die künftige Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) meinte, angesichts der großen Koalitionsmehrheit von 504 Sitzen sei die Gefahr immer groß, »dass einige sagen, es kommt ja nicht darauf an«. Das gelte wohl auch für ihre SPD-Kollegen. »Es ist ein gutes Ergebnis. Und das weiß die Kanzlerin auch«, sagte Hendricks bei Phoenix.

Auch die Ernennung und Vereidigung der Bundesminister ist für Dienstag geplant, sowie am späten Nachmittag die erste Sitzung des neuen schwarz-roten Bundeskabinetts. Es ist die dritte große Koalition der Bundesrepublik nach 1966 und 2005. Vizekanzler wird SPD-Chef Sigmar Gabriel. Die CDU bekommt fünf Ministerien, die CSU drei und die SPD sechs. dpa/nd

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