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Steigende Zusatzbeiträge erwartet

Experten: Versicherte müssen mit Extrakosten von rund 1,5 Prozent rechnen

Berlin. Gesetzlich Krankenversicherte müssen mittelfristig für ihre Beiträge voraussichtlich deutlich tiefer in die Tasche greifen. »Unter der Annahme, dass sich Einnahmen und Ausgaben wie in der Vergangenheit weiterentwickeln, ist mit einem Zusatzbeitrag im Jahr 2017 von 1,6 Prozent bis 1,7 Prozent zu rechnen«, erklärte der Präsident des Bundesversicherungsamts, Maximilian Gaßner.

Union und SPD wollen den Beitragssatz bei 14,6 Prozent des Einkommens fixieren, wovon Arbeitgeber und -nehmer jeweils die Hälfte tragen sollen. Brauchen die Kassen künftig mehr Geld, sollen sie prozentuale Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern nehmen können. Heute gilt ein 15,5-Prozent-Beitragssatz. Die Arbeitnehmer müssen davon 0,9 Punkte mehr zahlen als die Arbeitgeber - den sogenannten Sonderbeitrag.

Durch die erwartete schwarz-rote Gesundheitsreform soll der Sonderbeitrag wegfallen - aber der Zusatzbeitrag fällig werden. Die Kassen können ihn individuell festsetzen. Gaßner rechnet damit, dass 2015 fast alle Kassen Zusatzbeiträge erheben werden. Die Ausgaben lägen auch künftig höher als die Einnahmen.

Auch der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem erwartet ein Ansteigen des Beitrages. 2017 dürfte er durchschnittlich 1,5 Prozent betragen, sagte er. »Bei manchen Kassen dürfte er unter einem, bei anderen über zwei Prozent liegen.« dpa/nd

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