Himmel und Hölle

Ab heute gilt eine besondere Werktätigkeit: Vorsätze wollen Tat werden

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Heute ist der erste Werktag des neuen Jahres. Schöne Stunden Null. Im Januar bietet der Kalender die Illusion an, man habe mehr Zeit vor sich als im Dezember. Und wir brauchen Zeit! Denn ab heute gilt eine besondere Werktätigkeit: Vorsätze wollen Tat werden. Es wird ein Gefühl der Straffung durch uns gehen, wenn wir unsere Vorsätze vom Jahreswechsel in die Tat umsetzen. Die neuen Gesundheitsappelle, die neuen Gewissensreden, die neuen Freundlichkeitsversprechen, die neuen Leistungsschübe, die neuen Entschleunigungsvorhaben. Weniger Egoismen, mehr Edelmut.

Aber die neuen Vorsätze tragen schon in der ersten Sekunde den diabolischen Keim des Verrats in sich. Gute Vorsätze haben einen bösen Leumund, denn es heißt: Mit ihnen sei der Weg zur Hölle gepflastert. Woher nur diese Gleichsetzung unserer Verbesserungsträume mit Hölle? Der Himmel ist schuld. Immer wieder ist er zu sehr ausgemalt worden. Man darf das Hohe, Zukünftige, Retten...


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