Twittern und Beten: ein Tag im Kloster

Anna Rademacher lernte einst Verwaltungsfachfrau - seit neun Jahren lebt sie als Zisterzienser-Nonne an der Neiße

  • Von Danuta Schmidt, Marienthal
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Die Nonnen des Klosters Marienthal in der Oberlausitz leben in lebenslanger Klausur, sich gegenseitig auf der Zelle zu besuchen, ist verboten. Und doch ist das Kloster größter Arbeitgeber der Region.

Die Klosterglocken schlagen zweimal. Es ist 11.30 Uhr. Eisiger Wind fegt durch das Klostertor. Wie durch ein Nadelöhr zwängt er sich hindurch. Es zieht gewaltig. Der Herrnhuter Stern am Klosterturm schwingt hin und her. Wochentagsmesse im Dezember. Die Glocken rufen zum dritten Tagesgebet in das Oratorium, in die Krankenkapelle des Klosters Marienthal in der Oberlausitz. Normalerweise finden die sieben Chorgebete des Tages in der Klosterkirche statt. Die ist nach dem verheerenden Neiße-Hochwasser von 2010, als die Bilder vom überschwemmten Kloster durch die Medien gingen, noch nicht wieder in Schuss.

Eine Ordensschwester ist bereits in der Kapelle, die anderen folgen in ihrem Habit, der Kleiderordnung einer katholischen Ordensgemeinschaft, bekreuzigen sich am Eingang und nehmen Weihwasser. Zwei kommen zu spät, die eine ist die Wirtschaftsschwester, »die kommt manchmal nicht schneller weg von der Arbeit.« Schwester (Sr.) Anna R...

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