St. Kitts und Nevis setzt auf Energiewende

  • Von Desmond Brown, Charlestown
  • Lesedauer: 2 Min.

Das Parlament von St. Kitts und Nevis hat Ende 2013 das US-Konsortium Nevis Renewable Energy International (NREI) mit einem Projekt zur Gewinnung von Erdwärme beauftragt. Hinter dem Vorhaben steckt der Wunsch, von Diesel zur Stromgewinnung abzukommen. Im Januar wird NREI damit beginnen, in Crown Land, einem von der Nevis-Inselbehörde gepachteten Gebiet, ein Wärmekraftwerk zu bauen und Probebohrungen durchzuführen.

Wie der amtierende Premier Mark Brantley erklärte, soll die Insel mit ihren etwa 9000 Einwohnern so bleiben, »wie die Karibik einmal war«. Nevis soll der »grünste Ort der Erde« werden. »Die Nutzung erneuerbarer Energien wird zur Verringerung der Schadstoff- und Treibhausgasemissionen führen und auf diese Weise dafür sorgen, dass Nevis die Klimagase in Übereinstimmung mit den Zielen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verringert.« Nach einer in Cancún 2010 getroffenen Übereinkunft der UNFCCC-Vertragsstaaten soll die Erderwärmung künftig auf einen Anstieg um maximal zwei Grad Celsius im Verhältnis zu der Temperatur vor der Industrialisierung begrenzt werden.

Nach Angaben von Energieminister Alexis Jeffers importiert Nevis derzeit jährlich um die 15,9 Millionen Liter Diesel im Wert von etwa zwölf Millionen US-Dollar. Diese Kosten will die Insel künftig mit Hilfe von Energie aus Vulkanen deutlich senken. Auf Nevis selbst werden pro Jahr maximal zehn Megawatt (MW) Strom verbraucht.

»Die Verwendung von Wärmeenergie wird Nevis nicht nur grüner, sondern auch weniger anfällig für Rohölpreisschwankungen machen«, sagte Jeffers. »Denn die Kosten für geothermische Energie werden durch einen langfristigen Vertrag stabil gehalten.«

Auch St. Kitts und andere Inseln in der Region könnten von dieser preisgünstigen und sauberen Art der Energieerzeugung profitieren, erklärte Premier Brantley. Die zwei Meilen nordwestlich von Nevis gelegene größere Schwesterinsel St. Kitts verbraucht bis zu 46 MW Strom im Jahr.

Nevis besitzt heiße Quellen und ein großes geothermisches Reservoir. Auf der Insel wurden sieben vulkanische Stätten identifiziert. Probebohrungen an drei Stellen deuten darauf hin, dass die vorhandene Wärmeenergie ausreicht, um das ganze Jahr über bis zu 500 MW Strom zu erzeugen.

IPS/nd

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