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Dem französischen Milliardär und Senator Serge Dassault droht ein Prozess.

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Es gab schon bessere Nachrichten für Serge Dassault. Erst sorgte ein weiteres geplatztes Geschäft mit dem Kampfjet Rafale dafür, dass der Aktienkurs seines Konzerns einbrach. Und nun steht der französische Großindustrielle und Politiker auch noch im Zentrum einer Affäre um gekaufte Wählerstimmen, Korruption, Geldwäsche und Veruntreuung in der Pariser Vorstadt Corbeil-Essonnes, wo der 88-Jährige 1995 erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde. In einer Anzeige wird dem konservativen Senator die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Selbst zwei Mordversuchen gehen die Ermittler nach. Heute entscheidet der Senat über seine Immunität.

Zwischen 20 und 400 Euro soll Dassault pro Wählerstimme gezahlt haben - Brosamen für den Chef des gleichnamigen, zu wesentliche Teilen vom Staat mitgetragenen Rüstungskonzerns, der auch das Kampfflugzeug Mirage baut. In der Rangliste der reichsten Franzosen liegt die Unternehmerfamilie mit einem geschätzten Vermögen von 12,8 Milliarden Euro auf Platz 5, wobei zu ihrem Imperium auch die Produktion von Zivilflugzeugen, Softwareentwicklung und Medien gehört. 2004 hat sich Dassault, für den »linke Ideen keine vernünftigen Ideen« sind, Frankreichs größte konservative Tageszeitung »Le Figaro« gekauft.

Nach seinem Studium an der nationalen Hochschule für Luftfahrttechnik war er 1951 in das Unternehmen seines Vaters eingestiegen, stand aber lange im Schatten des Konzerngründers. 1986 trat der passionierte Jäger schließlich sein Erbe an, nachdem er zuvor den Elektronik-Bereich geleitet hatte. Der Multimilliardär mit eigener Impressionistensammlung verantwortete als Generalkommissar viele Jahre auch die Luft- und Raumfahrtmesse in Le Bourget. Und es wäre nicht seine erste Verurteilung: In Belgien bekam er 1998 wegen Bestechung bei einem Rüstungsauftrag zwei Jahre auf Bewährung. 2008 annullierte Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht seine äußerst knappe Wiederwahl in Corbeil-Essonnes und erklärte Dassault für ein Jahr als unwählbar.

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