Klaus Bellin 18.01.2014 / Kultur

Wortmächtiger Rebell

Arno Schmidt, Solitär in unserer Literatur, wurde vor hundert Jahren geboren

Bei Rowohlt war man beeindruckt. Kurt Marek, der Lektor, sprach respektvoll von einer »außerordentlichen Leistung«, ließ dem Lob aber gleich das ernüchternde Fazit folgen, »daß Sie Ihre Arbeitskraft einem falschen Objekt zugewendet haben«. Das Manuskript war zu dick, ein riesiger Packen Papier, und der Gegenstand viel zu entlegen. Es ging um Friedrich de la Motte Fouqué, den Romantiker, Verfasser der »Undine«. Zwanzig Jahre lang hatte sich Arno Schmidt mit Mann und Werk herumgeschlagen, war, 1946 kaum aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, Büchern nachgejagt und jedem noch so bescheidenen Hinweis, hatte geschuftet und sich keine Pause gegönnt, keine Ablenkung, Urlaub ohnehin nicht, hatte immer an Fouqué gedacht, nur an sein Buch. Und nun das: Rowohlt wollte es nicht haben. »Meine Bücher«, heißt es 1952 in einem Briefentwurf an Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, »sind kein Geschäft … Ich kann das zwar bedauern, aber nicht ändern …«

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