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NASA muss mal wieder sparen

Die US-Weltraumbehörde muss sich entscheiden. Für laufende Programme und die Marsprojekte gleichzeitig reicht das Budget nicht

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hat zum wiederholten Mal Geldsorgen. Einige Forschungsvorhaben könnten dem Rotstift zum Opfer fallen, obwohl im gerade von Präsident Barack Obama unterzeichneten Haushalt die NASA-Finanzmittel leicht erhöht worden sind.

In kürzlich vom US-Präsidenten unterzeichneten Budgetgesetz sind für die NASA 17,65 Milliarden Dollar im laufenden Haushaltsjahr vorgesehen. Das ist eine Anhebung um 4,4 Prozent. 1,345 Milliarden (990 Millionen Euro) davon sind für das Projekt eines bemannten Fluges zum Mars im Jahre 2030 vorgesehen.

Allerdings machen NASA-Verantwortliche darauf aufmerksam, dass allein die laufenden Programme auf anderen Planeten und im Orbit 1,5 Milliarden Dollar jährlich kosten. Deshalb könnten einige Programme dem Rotstift zum Opfer fallen. Der Kongressabgeordnete Adam Schiff befürchtet, dass die beiden Mars-Rover betroffen sein könnten, die hervorragende Daten zur Erde funken.

Bei der NASA ist man sich darüber im Klaren, dass gespart werden muss. So ist entschieden worden, dass die Entwicklung des James-Webb-Weltraumteleskops wichtiger sei als weitere Planetensonden. Das Webb-Teleskop soll das Hubble-Teleskop ablösen.

NASA-Chef Charles Bolden hat seinen wichtigsten Mitarbeitern schon mitgeteilt, dass alle Missionen beschnitten werden, die mehr als eine Milliarde Dollar kosten. »Wir müssen aufhören an Vorzeige-Missionen zu denken. Das Budget gibt das nicht her.« Die beiden fahrenden Laboratorien auf dem Mars, die Rover »Opportunity« und »Curiosity«, hätten erfolgreich gearbeitet, seien aber teurer als geplant. Für »Curiosity« stehen nur Mittel bis Juni zur Verfügung. Ob neues Geld freigegeben wird, ist noch offen. Und die »Cassini«-Mission zur Erforschung des Saturn und seiner Ringe dauert schon vier Jahre länger als geplant. Durch die längere Nutzung könnten Kosten gespart werden, wird bei der NASA argumentiert, weil ja die Hauptausgaben am Anfang jeden Projektes entstehen.

Kritiker Schiff überzeugen diese Argumente nicht. Durch kurzsichtige Entscheidungen seien die USA schon ins Hintertreffen geraten, so der Kongressmann. 2004 hatte Präsident George W. Bush das Programm der Ares-Raketen aufgelegt, weil die Space Shuttles 2011 stillgelegt werden sollten. Nachfolger Obama hat das Programm gestrichen. Jetzt, so klagt Schiff, müssten die USA Platz in russischen Raketen anmieten, um die Internationale Raumstation zu erreichen.

Die Linie der Obama-Regierung machte Präsidentenberater Phillip Larson klar: Projekte werden nur finanziert, wenn sie Konkretes erbringen. »Cassini« am Saturn und »Curiosity« auf dem Mars »können weitergehen, solange sie solche wichtigen Ergebnisse bringen.«

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