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Sonderschau der schnellen Beine

Beim 103. Berliner Sechstagerennen liegt das deutsch-belgische Duo Leif Lampater und Jasper de Buyst vorn

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Das Duo Leif Lampater (Rosenheim) und Jasper de Buyst (Belgien) führt beim 103. Berliner Sechstagerennen nach der Großen Jagd am Sonntag das Feld an. Für Rekordzeiten sorgen die Sprinter.

Das Spitzenduo hat eine Runde Vorsprung und 201 Punkte, gefolgt von Kenny de Ketele (Belgien) und An-dreas Müller (Österreich) mit 162 Punkten. Auf dem dritten Rang liegen die Lokalmatadoren Robert Bartko und Theo Reinhardt mit 139 Punkten. Doch die Siegaussichten des Berliner Duos sind am Sonntag etwas geschrumpft, denn zwei Runden Rückstand zu den Spitzenreitern werden an den letzten beiden Renntagen nur noch schwer aufzuholen sein.

Die Sprinter sorgen in den Sechstage-Nächten für eine Sonderschau der schnellen Beine. Was Robert Förstemann, Maximilian Levy, Rene Ender und der junge Erik Balzer den Fans Abend für Abend vorführen, kann ohne Übertreibung als Weltklasse bezeichnet werden.

Im vergangenen Jahr hatte Robert Förstemann, der Geraer mit den Explosion-Oberschenkeln von 73 Zentimetern Umfang, den Bahnrekord auf 12,620 Sekunden für die 250-m-Runde im Velodrom geschraubt. Mehr geht nicht, dachten selbst Experten. »Mehr geht doch«, sagte Förstemann trotzig. Gleich am Donnerstag setzte er seine Worte in die Tat um und raste in 12,603 Sekunden um die Piste. Ist nun Schluss mit Rekordzeiten? »Ich glaube nicht, das habe ich bei den Freitagsprints in der letzten Kurve gespürt«, so Förstemann. Am Ende schoss er genauso wie Maximilian Levy hauchdünn am neuen Bahnrekord vorbei.

»Ich will schneller fahren als Robert«, hatte »Max« Levy am Sonnabend seinen Mannschaftskameraden gereizt. Tatsächlich blieb er mit 12,551 Sekunden unter Förstemanns Rekordzeit. Allerdings hatte der Cottbuser den Rekordhunger seines Teamgefährten unterschätzt. »Wir sind erst am Dienstag vom Trainingslager in Kapstadt zurückgekommen. Dort trainierten wir auf einer schweren Zementbahn mit kleinen Gängen. Auf dem Holzoval hier in Berlin kann man viel größere Gänge treten. Ich musste mich aber erst ein bisschen an die schnellen Fahrten gewöhnen«, sagte Robert Förstemann, schwang sich auf das Rad und raste mit einem Schnitt von 72,34 km/h um die Bahn - in Rekordzeit von 12,441 Sekunden.

Emanuela Raasch, der Pisten-Haudegen und Trainer von Förstemann, blieb trotz der Rekordrunden seines Schützlings cool: »Wir sind jetzt vier Wochen vor der WM. Da müssen die Jungs schon langsam Topform auf die Bahn bringen, wenn wir unsere Weltspitzenstellung im Sprint verteidigen wollen.« Anbetracht der Sechstage-Sprints scheinen die Vorrausetzungen für Medaillenjagden gegeben.

Auf den WM-Termin im März in Kolumbien blickt auch die Cottbuserin Stephanie Pohl. Ihre fünfjährige Tochter bringt sie in solchen Zeiten immer bei Verwandten unter. »Jetzt geht das noch. Aber im Herbst wird es schwerer, dann kommt sie in die Schule«, verrät die 26-jährige Mutter. Die Lausitzerin ist aber sicher: »Es wird sich eine Lösung finden, denn die Olympischen Spiele 2016 gehören zu meinen sportlichen Zielen.«

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