Erkundungen im Osten

Max Frisch zieht nach Berlin und entschließt sich gleich zu einem neuen Tagebuch

  • Von Klaus Bellin
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Anfang 1973 packt Max Frisch seine Sachen und zieht mit Ehefrau Marianne nach Berlin. Die Schweiz hat er satt, er braucht Distanz, wenigstens für eine Weile. Er zieht in die Friedenauer Sarrazinstraße, idyllisch gelegen im Westteil der Stadt, wo er in der Nachbarschaft von Grass, Johnson und Enzensberger bestens aufgehoben ist. Anna Grass leiht dem Ehepaar zwei Betten, Uwe Johnson hat einen Arbeitstisch bestellt, der schon da ist, außerdem versorgt er den Kollegen mit Stadtplan, Auskünften über den Namensgeber der Straße, einer Historie des Orts und notwendigen Formularen. Frisch, allein in der noch leeren Wohnung, wartet auf die Handwerker, sieht sich ein bisschen in der Gegend um, geht einkaufen und ist überrascht, dass man ihn auch hier, in der Bank und in einem Geschäft, erkennt. Am 11. Februar kann er die Wohnung beziehen.

Im Vorjahr hat er sein zweites Tagebuch veröffentlicht, den Bericht über die Jahre 1966 bis 1971. Je...


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