Gute Nacht, ARD

Exklusives Snowden-Interview und ein »totes Rennen« im Parlament

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die ARD ist stolz auf ihr exklusives Interview mit dem NSA-Whistleblower Edward Snowden. Die öffentlich-rechtliche Anstalt sollte sich dennoch schämen.

Am späten Sonntagabend konnte man das weltweit erste Fernsehinterview mit dem Mann sehen, dem wir Einblicke in ein gigantisches Spitzelsystem verdanken, das die US-amerikanische NSA mit befreundeten Geheimdiensten über die Welt gespannt haben. Der NDR-Kollege Hubert Seipel hat in Moskau mit Edward Snowden gesprochen. Damit, so sagt der Norddeutsche Rundfunk, sei dem Journalisten »ein weltweiter Scoop gelungen«. Geschenkt. Es sollte selbstverständlich sein, maximal zur Aufhellung des NSA-Skandals beizutragen, wenn man eine so potente öffentlich-rechtliche Medienanstalt hinter sich weiß.

Doch genau das ist die Frage. Ob der Art und Weise, wie die ARD ihr »Pfund« vermarktet, muss man an ihrem politischen Aufklärungsinteresse zweifeln. Erst 23.10 Uhr begann die Ausstrahlung der wichtigsten Teile des sechsstündigen Gesprächs. Vorher durften Günther Jauch und Gäste hin- und herwenden, was schon tausendfach platt geredet worden ist. ...


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