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Interesse an FDJ-Kaderschmiede

Liegenschaftsfonds verlängert Ausschreibungsfrist für Jugendhochschule am Bogensee

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Der Liegenschaftsfonds Berlin versucht erneut, das 17 Hektar große Areal der einstigen Jugendhochschule am Bogensee zu verkaufen. Jetzt wurde das Ausschreibungsverfahren sogar verlängert.

»Egal wie das künftige Konzept für das geschichtsträchtige Gelände aussieht, es ist auf jeden Fall eine riesige Herausforderung. Gründe dafür sind die Auflagen des Denkmalschutzes und die abgeschiedene Lage im brandenburgischen Wald«, sagt Irina Dähne, Sprecherin des Liegenschaftsfonds.

Nachdem zuletzt ein internationales Interessenbekundungsverfahren im Jahr 2006 erfolglos geblieben war, gibt es nun wieder einen Versuch zur Vermarktung. Das Echo sei damals so gering gewesen, dass es erst gar nicht zum ursprünglich geplanten Bieterverfahren kam. »Der Markt war nicht vorhanden«, resümierten die Initiatoren. Dieses Mal scheint das allerdings anders zu sein. Mehrere Interessenten haben sich auf die im Oktober gestartete Ausschreibung gemeldet. Wer dazu gehört, macht der Liegenschaftsfonds aber noch nicht öffentlich. Nur so viel berichtet Dähne: »Sie kommen alle aus Deutschland« und »das Interesse ist größter als wir dachten«.

Um Investoren die Möglichkeit zu geben, ein wirklich fundiertes und finanziell abgesichertes Konzept zu erstellen, wurde jetzt die Ausschreibungsfrist um drei Monate bis zum 31. März 2014 verlängert. »Wir wollen, dass sie in Ruhe an ihren Vorschlägen basteln, auch ihre Ideen mit der Gemeinde Wandlitz abstimmen und notwendige Genehmigungen einholen«, begründet die Sprecherin. Außerdem könnten durch die Fristverlängerung noch weitere Bewerber an dem Verfahren teilnehmen.

Ausschlaggebend dafür, wer den Zuschlag erhält, sei letztendlich nicht nur die Höhe des Gebotes, macht Dähne deutlich. Es gehe vielmehr um ein passendes Gesamtkonzept. Diese neue Herangehensweise verfolgt der Liegenschaftsfonds seit fast zwei Jahren beim Verkauf landeseigener Grundstücke. Demnach soll nicht mehr nur der Preis eine Rolle spielen, sondern auch die soziale, ökologische und städtebauliche Nutzungsidee.

Was die Interessenten jedoch mit den Gebäuden am Bogensee vorhaben, will Dähne noch nicht erläutern. Laut Ausschreibung könnte das riesige Areal beispielsweise als Privatuniversität mit Internat genutzt werden. Denkbar sei ebenso, dass auf das rund 40 Kilometer von Berlins Mitte entfernt gelegene Anwesen eine Schönheitsfarm zieht oder dass dort eine Freizeitanlage eröffnet wird. Möglich sei alles, was praktisch unabhängig von der Außenwelt funktioniert, sagt Irina Dähne.

Die Gemeinde Wandlitz, auf deren Territorium die Immobilie liegt, ist natürlich an einer positiven Entwicklung des gesamten Areals interessiert. »Ich habe angeregt, alles Stück für Stück zu entwickeln, ähnlich wie wir das gerade auf dem Grundstück der einstigen Landespolizeischule in Basdorf umsetzen«, erklärt die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Mit dem Liegenschaftsfonds habe man sich darauf geeinigt, dass, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks kommt, auch der Gemeinde die Konzepte vorgelegt werden. »Es muss endlich etwas passieren, denn der ganze Komplex ist schon sehr beschädigt«, sagt Radant. Seit mehr als 14 Jahren stehen die Gebäude nun schon leer. Das Land Berlin muss jährlich mehr als 250 000 Euro für den Unterhalt aufwenden.

Auf dem Gelände, das zu DDR-Zeiten als Kaderschmiede der FDJ diente, befinden sich unter anderem vier große Bettenhäuser, ein Kulturhaus mit Mensa sowie das repräsentative Haupthaus, in dem der Hörsaal, Seminarräume und die Verwaltung untergebracht waren. Einst gab es dort nur eine Villa direkt am See, die der faschistische Reichspropagandaminister Joseph Goebbels 1939 bezog.

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