Mehr als ein Händedruck in Nanjing

Erstmals seit 65 Jahren trafen offizielle Regierungsvertreter der Volksrepublik Chinas und Taiwans zusammen

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Beide nennen sich China und haben diese Woche in Nanjing erstmals seit 65 Jahren offizielle Gespräche auf Regierungsebene geführt.

Das historische Treffen zwischen Regierungsvertretern der Volksrepublik China und Taiwans, das sich offiziell Republik China nennt, markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. Auch wenn heiße politische Themen gemieden wurden, das Zustandekommen des ersten formellen Gesprächs seit Ende des chinesischen Bürgerkrieges im Jahr 1949 gilt als Meilenstein. Bisher hatten sämtliche Kontakte auf inoffizieller Ebene stattgefunden. Peking war stets sorgsam bemüht, Taiwans Souveränität mit keiner noch so unbedeutenden Geste zu legitimieren. Jetzt beginnt eine von China im Jahr 2008 eingeleitete versöhnlichere Politik Früchte zu tragen: Im Gefolge eines 2010 unterzeichneten Handelsabkommens und des schrittweisen Ausbaus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sind die Beziehungen genügend gereift, um auch politische Themen anzugehen.

Chen Shui-bian, Taiwans Präsident zwischen 2000 und 200...


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