Eine Frage des Vertrauens

Merkel und Gabriel verlieren in der Affäre Edathy, was sich in der Politik nur mühselig erwerben lässt

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Faire Partner« wollten Union und SPD sein. Das Versprechen scheint lange her. Aus dem Fall Edathy wurde eine Krise der Großen Koalition.

Der Dezember 2013 ist ferne Vergangenheit. Wie weit es inzwischen zurückliegt, als Union und SPD die Große Koalition besiegelten, merkt man daran, wie sich der Ton verändert hat. »Ich biete allen an«, hatte Angela Merkel damals namens der CDU erklärt, »dass wir faire Partner sein werden.« Im Februar 2014 ist unübersehbar geworden, dass das Angebot nicht von allen angenommen wurde.

Aus dem Fall des SPD-Politikers Sebastian Edathy ist eine große Krise dieser Großen Koalition geworden. Es geht darin um manches. Um die Frage etwa, ob der Zweck immer die Mittel heiligt: War es nicht einerseits verständlich, dass der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Rande der Koalitionsverhandlungen zur Vermeidung eines möglichen späteren Eklats den Koalitionspartner in spe informierte? Aber andererseits: Durfte er dies? Gegen ihn wurden Vorermittlungen wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses aufgenommen. W...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.