Keine Freunde des Friedens

Kolumbiens Militär torpediert die Verhandlungen von Havanna und wird von Skandalen eingeholt

  • Von David Graaff, Bogotá
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Ein massiver Korruptionsskandal in Kolumbiens Armee überschattet das Wahljahr 2014, bei dem im März der Kongress und im Mai die Präsidentschaft neu bestimmt wird.

Es scheint ein Fass ohne Boden zu sein. Mitten im Wahlkampf wird das kolumbianische Militär von einer Serie von Skandalen erschüttert. Nach Berichten über bespitzelte Verhandlungsführer der Friedensgespräche in Havanna und abgefangenen Emails ausländischer Journalisten fegt nun ein Korruptionsskandal durch die Armee. Hintergrund sind von der Wochenzeitschrift »Semana« veröffentlichte Mitschnitte, in denen der Oberbefehlshaber der Streitkräfte Leonardo Barrera dem inhaftierten Oberst Robinson González riet, eine »Mafia« zu gründen, um die gegen ihn ermittelnden Staatsanwälte und, so wörtlich, »diesen Haufen Scheiße« in Misskredit zu bringen. Gegen den Soldaten laufen Ermittlungen, weil er in zwei Fällen unschuldige Bauern ermordet und sodann als im Kampf getötete Guerilla-Mitglieder deklariert haben soll. General Barrero wurde inzwischen wegen »respektloser« Äußerungen über die Staatsanwaltschaft in den Ruhestand versetzt, so Kolumbi...


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