Neue Ernteschlacht geschlagen

Der Acker ist jetzt aufgeteilt unter Konzernen, Kapitalfonds und Industriellen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Als Ernteschlacht galt in der DDR das mechanisierte Einbringen der Feldfrüchte im großen Stil. Doch in den zurückliegenden Jahren tobte eine Schlacht um den Bodenbesitz.

Keine ländliche Idylle, kein Vierseithof mit Stall und Scheune, sondern ein Bürogebäude in einer Hamburger Geschäftsstraße. Als wichtigster Bauer Brandenburgs gilt die Aktiengesellschaft KTG. Sie bewirtschaftet 32 000 Hektar gekauftes und gepachtetes Land in der Bundesrepublik und weitere 8000 Hektar in Litauen. »Wir haben seit 2010 massiv in Ackerland, Biogasanlagen und Nahrungsmittel investiert«, erläutert der Vorstandsvorsitzende Siegfried Hofreiter. Bis 2017 wird ein Konzernumsatz von mehr als 300 Millionen Euro angepeilt.

Unterdessen gibt es für junge Kleinbauern mit kleinem Geldbeutel und auch für Idealisten, die einen Ökohof führen möchten, immer weniger Gelegenheiten, noch an einen Acker heranzukommen. Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG), die ehemals volkseigene Flächen privatisiert, verfügt mittlerweile nur noch über fünf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Brandenburg. Im...


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