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Mann der gezielten Komik

»Eulenspiegel-Zeichner« Horst Schrade gestorben

  • Von Harald Kretschmar
  • Lesedauer: 2 Min.

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Ein Karikaturist ganz im Hintergrund, und doch für die Pressearbeit einst unentbehrlich - das war der 1924 im ostpreußischen Eylau geborene Horst Schrade, genannt Knobbi. Traumberuf Seefahrer, kam er freiwillig 1942 zur Kriegsmarine. Er verließ diese jedoch im letzten Kriegswinter illegal per Eisbrecher Richtung Kopenhagen, fand sich dann als Neulehrer an Bord brandenburgischer Schulen wieder, ehe er 1949 mit Kriegskamerad Heinz Behling zusammen bei der Klasse für Pressezeichner an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee anheuerte. Ihr Lehrer Ernst Jazdzewski vermittelte sie zum Freischwimmen zur Zeitschrift »Frischer Wind«, aus der sie bald den »Eulenspiegel« machten.

Insgesamt 2925 Karikaturen entstanden dort im Lauf der Jahre. Knobbi wurde der Spezialist für eine immer politisch gezielte Komik. »Neues Deutschland« konnte den auf diese Weise schon Bewährten nur während der Blütezeit fürs komische Genre quer durch die 60er Jahre als Mitarbeiter gebrauchen. Danach tummelte er sich nebenbei in der Kinderpresse, und wenn Erich Schmitt Urlaub machte, vertrat er ihn bei der »Berliner Zeitung«.
Mit den Kabarettisten der »Distel« und der »Kneifzange« war er per Du, aber nach 1990 verschwand sein Name unversehens aus dem Blätterwald. Zuletzt wurde sein Witz plus zeichnerische Handschrift auf den Umschlägen zum Monatsprogramm des Berliner Vereins »Helle Panke« gesehen. Hors Schrade verstarb in der Nacht zum 27. Februar.

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