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Braunschwarz

Sandrino Zießler – Kommunalpolitiker wechselt NPD- gegen CDU-Ticket

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Die CDU im Erzgebirge scheint ein eigenwilliges Aussteigerprogramm zu betreiben: Zur Kommunalwahl im Mai stellt sie einen Kandidaten auf, der jetzt noch für die NPD amtiert. Seine politische Heimat sei die NPD nie gewesen, obwohl er einige ihrer Ziele noch immer in Ordnung findet - so äußerte sich Sandrino Zießler selbst. Der 41-jährige Kfz-Mechaniker ist parteiloser Gemeinderat auf NPD-Ticket im erzgebirgischen Großrückerswalde und will sich bei der Wahl im Mai erneut bewerben - aber für die CDU.

Den Christdemokraten in der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde ist der Neue willkommen: Sie hätten ihn angeworben, heißt es. Allerdings hatte Zießler zuvor offenbar mit einer anderen politischen Heimat geliebäugelt. Er soll bei der »Alternative für Deutschland« angeklopft haben - und wurde dort einer Mitteilung der AfD zufolge abgelehnt. Der Partei wird oft vorgehalten, sich Neuzugängen vom rechten Rand - etwa aus der Partei »Die Freiheit« - nicht konsequent genug zu verschließen. Dass der derart Zurückgewiesene nun freilich bei der CDU unterkommen dürfe, sei »doppelzüngig«, wettert die AfD.

Die Grünen fragen in einer Erklärung ihres Parteirats sarkastisch nach, ob die Union ein »politisches NPD-Aussteigerprogramm« aufgelegt habe. Zießler habe sein Mandat für die NPD bisher nicht einmal niedergelegt und bekenne sich zu etlichen ihrer Positionen. In der »Freien Presse« war er mit der These zitiert worden, es gebe einen Zusammenhang zwischen Öffnung der EU-Grenze und wachsender Kriminalität; zudem sei er »stolz auf sein Land« und spreche sich »gegen den Missbrauch der Sozialsysteme aus«. Die Grünen sehen bei der CDU »politischen Klärungsbedarf«. Dort sieht man das anders. Der örtliche Bürgermeister erklärt, Zießler habe »nie rechtsgerichtete oder menschenverachtende Gedanken geäußert«, sondern Kommunalpolitik im Sinne der Gemeinde betrieben. Und Generalsekretär Michael Kretschmer verwies darauf, dass Aufnahmen oder Kandidaturen von ehemaligen Mitgliedern der NPD für die CDU ausgeschlossen seien.

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