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Immobilienpreise steigen trotz Flughafennähe

Ungeachtet des Widerstands gegen die Flugrouten werden Bauland und Wohneigentum im Süden immer teurer

Drohender Wertverlust bei Immobilien war ein wichtiges Argument der Flughafengegner - bislang berichtet die Branche vom Gegenteil.

Im Süden Berlins und in den angrenzenden Landkreisen haben die amtlichen Gutachterausschüsse 2013 einen erneuten Anstieg der Grundstückswerte registriert, und die Preise für Bauland und Eigentumswohnungen steigen weiter.

In Teltow-Fläming beobachten die Experten seit 2006 die Entwicklung in Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren, Ludwigsfelde und Rangsdorf, die sich in der Nähe des neuen Hauptstadtflughafens BER befinden. Während die Immobilienpreise dort zunächst nach unten gingen, ziehen sie seit 2011 wieder deutlich an. So kostete Ende 2013 ein Quadratmeter Bauland in Blankenfelde-Mahlow 67 Euro, 2012 waren es 60 Euro. In Ludwigsfelde stieg der Preis von 74 auf 86 Euro. »Makler berichten, sie könnten mehr Grundstücke vermitteln, wenn es denn welche gäbe«, sagt die Ausschussvorsitzende Anett Thätner. Eigentumswohnungen laufen ihr zufolge ebenfalls gut. Zuletzt sei die Zahl der Kaufgeschäfte stark gestiegen, sagt Thätner.

Auch im südlichen Berlin stiegen die Immobilienpreise weiter an oder blieben zumindest konstant. In Lichtenrade kostet ein Quadratmeter Baufläche für Ein- und Zweifamilienhäuser aktuell durchschnittlich 210 Euro, im Jahr 2013 waren es 200 Euro. »Die Preisentwicklung hat sich nicht vom allgemeinen Trend in Berlin abgelöst«, sagte der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Thomas Sandner. Auch in Flugroutengebieten wie Alt-Glienicke, Bohnsdorf, Lichterfelde, Rudow oder am Wannsee werden Immobilien teurer. Parallel dazu entwickelte sich der Markt in Dahme-Spreewald. Es gebe reichlich Käufe etwa in Eichwalde, Schulzendorf oder Miersdorf, sagt die Vizechefin des dortigen Gutachterausschusses, Judith Killiches. Makler berichteten von Anfragen von Piloten, die nah am künftigen Flughafen wohnen möchten. Eine spürbare Zurückhaltung kennzeichne dagegen den Markt für Gewerbeimmobilien.

In Potsdam-Mittelmark seien die Preise für Bauland um bis zu 20 Prozent gestiegen, sagte der dortige Ausschussvorsitzende Wilk Mroß. So viel war es zum Beispiel in Kleinmachnow, wo eine Bürgerinitiative gegen Fluglärm kämpft. Bis zu 380 Euro wurden für einen Quadratmeter Boden fällig. Aber auch in Teltow, Schwielowsee oder Stahnsdorf gab es ein Plus von zehn Prozent. »Die Preise steigen nicht unbedingt wegen des Flughafens, sondern trotz des Flughafens«, erläutert Mroß. Das Berliner Umland sei einfach eine attraktive Wohnlage.

Fluglärmgegner argumentierten in der Vergangenheit auch mit einem angeblich drohenden Wertverlust von Haus und Grund. Doch Orte in den Einflugschneisen des Großflughafens verzeichnen bereits seit Jahren anziehende Preise. Im Frühjahr ermitteln die Gutachterausschüsse nach Auswertung der im Vorjahr getätigten Geschäfte die Preise für Bau- und Ackerland - die Bodenrichtwerte. Sie gelten als Indikator für den restlichen Immobilienmarkt. dpa/nd

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