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Anna Ebermann

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In Berlin-Hohenschönhausen trägt eine kleine verzweigte Straße seit Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts ihren Namen. Es ist ein kleines Denkmal für eine mutige Frau, die sich mit Worten und Taten der Nazibarbarei entgegenstellte.

Am 17. März 1944, vor 70 Jahren, wurde Anna Ebermann, Mutter dreier erwachsener Kinder, in Berlin-Plötzensee durch den Scharfrichter hingerichtet. Der so genannte Volksgerichtshof hatte sie im November 1943 wegen Wehrkraftzersetzung und Hochverrats zum Tode verurteilt. Was hatte sie getan, das sie mit dem Leben bezahlen musste?

Anna Ebermann war am 2. Februar 1891 als Anna Ziegler in Rottenbauer, einem Ortsteil von Würzburg, geboren worden. Sie lebte später mit ihrem Mann Karl Ebermann in Berlin-Weißensee. Als Mitglieder der Kommunistischen Partei unterstützten sie den antifaschistischen Widerstand, stellten ihre Wohnung für illegale Treffs zur Verfügung, halfen jüdischen Freunden. Auch ihre Kinder erzogen sie im Geiste der Solidarität mit den Schwachen und zum Kampf gegen die Nazidiktatur.

Immer wieder zog es Anna zu ihrem Geburtsort Rottenbauer. So auch im April 1943, als sie ihren Bruder Lorenz Ziegler besuchte. Im Gespräch mit einer Bekannten in der Gaststätte »Starz« äußerte sie sich abfällig über den Führer und seine Politik. Sie wusste nicht, dass das zwölfjährige BDM-Mädchen Auguste Starz alles mithört und sie denunziert. Am 5. Mai 1943 wurde Anna Ebermann wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis Würzburg und von dort nach Berlin-Moabit überführt. Damit war ihr Schicksal besiegelt. Sie wurde in der NS-Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee ermordet. »Sie hat sich tapfer gehalten«, hatte ein Wachtmeister Annas Schwiegersohn Hans Fruck, der auch dort eingekerkert war, noch gesagt.

Am einstigen Wohnhaus der Ebermanns in Weißensee erinnert eine Gedenktafel (Foto: OTFW) an die tapfere Frau. Und die kleine Straße in Hohenschönhausen sorgt dafür, dass sie nicht ganz vergessen wird. In ihrem bayerischen Geburtsort Rottenbauer gibt es keine Tafel, kein Denkmal, keine Straße. Dabei ist Anna Ebermann doch eine Rottenbaurer Ehrenbürgerin.

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