Kein Buch aus einem Guss

Per Leo: Die Nazi-Vergangenheit seines Großvaters Leo trieb ihn zu seinem ersten Roman

  • Von Ralph Grüneberger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Es ist kein Buch aus einem Guss. Und schon gar keines mit Zuckerguss. Dem baut schon das Thema vor: Deutsche Geschichte und das verpackt als Familiengeschichte. Da liegt die Bitterkeit im Stoff.

Ein Stoff, den die Existenz zweier ungleicher Brüder hergibt: Martin, Goetheaner, und Friedrich, Abteilungsleiter im Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. Geschrieben ist der Text, der von Verlagsseite als »Roman einer Familie« bezeichnet wird, über Strecken zudem als Selbst-Geschichte des Autors (der Begriff Autobiographie will hier nicht passen). Vielmehr agiert Per Leo als sein eigener Ghostwriter und bewegt sich in historisch markanten Zeiten und Räumen. Mal als beflissener Berichterstatter, dem kein Detail entgeht, mal als geschichtsverständiger Chronist, der um die Zusammenhänge weiß, mal als minimaler Moralist, dem die Schwächen seiner Vorfahren nicht fremd sind.

Überwiegend erweist sich Per Leo jedoch als wirklicher Erzähl...


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