Ein ungeheuerlicher Verdacht

Kali-Fusionsvertrag: Hat Thüringens Landesregierung das Parlament über Jahre belogen?

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seit Jahren wird in Thüringen Klarheit über den geheimen Kali-Fusionsvertrag von 1993 gefordert. Die Landesregierung bestritt stets, Kenntnis zu haben. Doch das scheint nicht zu stimmen.

Auch knapp 21 Jahre nach dem wochenlangen Hungerstreik gegen die Schließung des Kali-Bergwerks Bischofferode (Nordthüringen) bewegt die Aufarbeitung der Hintergründe jener Stilllegung weiter die Gemüter. Der Inhalt des entsprechenden Vertrages von 1993 ist bis heute nicht öffentlich, Vertreter der Landesregierung hatten stets bestritten, Zugriff auf den Vertrag zu haben. Nach aktuellen Angaben der »Thüringer Allgemeinen« jedoch lagen Vertragskopien schon seit 1993 im Thüringer Agrar- und Umweltministerium unter Verschluss, seit Sommer 2013 auch im Minister-Tresor des Erfurter Wirtschaftsministeriums. Die Regierung habe darüber jedoch nicht den Landtag informiert, so das Blatt.

Der heftig umstrittene Vertrag besiegelte damals die Fusion des Kasseler Konzerns Kali und Salz (K+S) mit der aus der Treuhandanstalt hervorgegangenen Mitteldeutschen Kali AG. Er bedeutete das Aus für die Anlage in Bischofferode und wird bis zum heutigen...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.