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Neonazi-Szene verlagert Standort

»Henker« und »Hexogen« verlassen Schöneweide

  • Von Marina Mai 
und Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Auszug von NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke aus seinem Ladengeschäft »Hexogen« in der Brückenstraße in Niederschöneweide scheint unmittelbar bevorzustehen. Im Schaufenster liegen zwar noch Teleskopschlagstock, Elektroschocker, Campingkleidung und NPD-Literatur. Aber die Tür des Ladens ist verschlossen. »Da ist jetzt fast immer zu«, sagt ein Nachbar. Und weitere Anwohner ergänzen, es seien zahlreiche Umzugskisten aus dem Laden getragen worden.

»Ich will ausziehen«, bestätigt Sebastian Schmidtke dem »nd«. Seinen Angaben zufolge gebe es allerdings noch keinen Auszugstermin. Er würde noch mit dem Vermieter verhandeln. »Aber ich habe einen zweiten Standort in einem anderen Bezirk, an einem Ort, wo es mehr Laufkundschaft gibt«, sagt er. Wo die Ausrüstungsgegenstände in Zukunft über den Ladentisch gehen sollen, verrät er indes nicht.

Die Hausverwaltung VOW Capital Management GmbH mit Sitz in Braunschweig bestätigt, dass Schmidtke wegen einer Kündigung des Mietvertrages angefragt hatte. »Weil es im Februar einen Eigentümerwechsel des Gebäudes gab, waren wir allerdings nicht mehr zuständig«, sagt ein Mitarbeiter. Der neue Vermieter war nicht erreichbar.

Yves Müller vom benachbarten Zentrum für Demokratie hält die Eröffnung einer zweiten Filiale des »Hexogens« für einen Bluff. »Der Laden läuft nicht. Schmidtke bezieht zusätzlich Leistungen vom Jobcenter. Warum und mit welchem Geld sollte er umziehen oder gar expandieren?«

Für einen Umzug könnte dagegen sprechen, dass auch die Nazikneipe »Zum Henker« in der Nachbarschaft des »Hexogens« den Standort verlassen muss. Laut einem Gerichtsurteil hat der »Henker« noch drei Wochen Zeit, um entweder Rechtsmittel einzulegen oder aber zu räumen. Möglich scheint, dass »Henker« und »Hexogen« aufgrund von Synergieeffekten woanders gemeinsam neu eröffnen - möglicherweise in Hellersdorf. Auf dem dortigen Kastanienboulevard steht viel frei. »Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Anhaltspunkte, dass sich eine rechte Klientel bei uns einmietet«, sagt Unternehmenssprecher Julian Pinnig. »Wir haben daran auch kein Interesse und haben das Problem im Auge.«

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