Zwischen Gelassenheit und Krisenwarnung

In Russland werden die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen des Krim-Konflikts unterschiedlich eingeschätzt

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die russische Wirtschaft und die der EU pflegen intensive Beziehungen. Über mögliche Folgen von Sanktionen ist man in Moskau bislang geteilter Meinung.

Sanktionen? Kindergeburtstag sagt einer der Betroffenen: Vizepremier Dmitri Rogosin, zuständig für den militärisch-industriellen Komplex. Er habe in den USA, auf deren schwarzer Liste sein Name weit oben steht, nichts Dringendes zu erledigen. Und dort auch keine Aktiva, die eingefroren werden könnten. Denn ein 2013 verabschiedetes Gesetz verbietet russischen Staatsdienern Auslandskonten, das Guthaben überführter Steuerhinterzieher zieht der Fiskus ein.

Die Sanktionen, so Rogosin, der schon als Moskaus Botschafter bei der NATO als Scharfmacher auffiel, seien ein Akt primitiver Rache für das Ende einer Weltordnung mit einer einzigen Supermacht. Einer Ära, die mit der Angliederung der Krim unwiederbringlich zu Ende gegangen sei. Das am Dienstag unterzeichnete Beitrittsabkommen bedeute das »Wiedererwachen des russischen nationalen Selbstbewusstseins«. Börsianer sehen das offenbar ähnlich: Der über Wochen schwächelnde Rubel erholt ...


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