Werbung

Hebammen auf April vertröstet

Bundestag debattierte über Probleme der Geburtshilfe

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Mit den ausufernden Versicherungskosten für freiberufliche Hebammen befasste sich gestern der Bundestag. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) äußerte sich in der Parlamentsdebatte am Donnerstag zuversichtlich, dass bald Lösungsmöglichkeiten auf dem Tisch liegen werden. Es werde »seit Wochen« mit Krankenkassen und Versicherungswirtschaft verhandelt. Die Empfehlungen einer interministeriellen Arbeitsgruppe lägen im April vor, kündigte er an. Eine Begrenzung beim Schadensersatz lehnte er strikt ab. Die betroffenen Familien dürften nicht im Stich gelassen werden.

In einem Antrag forderte die Fraktion der Grünen eine dringende Lösung, »die eine weitere Erosion insbesondere der außerklinischen Geburtshilfe verhindert«. »Die Wahlfreiheit werdender Eltern ist heute schon massiv eingeschränkt«, sagte die pflegepolitische Sprecherin Elisabeth Scharfenberg. Kurzfristig müssten steigende Prämien für die Berufshaftpflicht durch höhere Vergütungen ausgeglichen werden. Zur Senkung der Versicherungsprämien schlagen die Grünen Regressbeschränkungen oder einen Haftungsfonds vor, der Kosten oberhalb der von Versicherungsunternehmen übernommenen Schäden abdeckt. Auch die Gesundheitsexpertin der Linken, Birgit Wöllert, forderte die Regierung auf, »zügig« für eine Neuordnung der Haftpflicht für Gesundheitsberufe zu sorgen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf der Opposition Populismus vor und warnte vor Schnellschüssen. Nötig sei eine gute und rechtssichere Lösung.

Die Haftpflichtprämien für freiberufliche Hebammen sind enorm gestiegen. Die Lage hatte sich vor kurzem durch die Ausstiegsankündigung einer Versicherung aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien weiter zugespitzt. Nach Angaben der Hebammen-Verbände droht den rund 3500 freiberuflichen Hebammen, die klassische Geburtshilfe zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebammen in Kliniken anbieten, ab Sommer 2015 de facto das Aus. Schadensfälle in der Geburtshilfe sind zwar sehr selten. Im Einzelfall liegen die Schadenssummen aber sehr hoch.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery forderte dauerhafte Lösungen auch für Gynäkologen und die geburtsmedizinischen Abteilungen der Kliniken. Angesichts gestiegener Haftpflichtprämien seien immer mehr Ärzte und Krankenhäuser zum Rückzug aus der geburtsmedizinischen Versorgung gezwungen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!