Werbung

Welttag der Poesie

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

«An die Vielfalt des Kulturguts Sprache» soll er erinnern, und an die Bedeutung mündlicher Traditionen«: der 2000 von der UNESCO ausgerufene Welttag der Poesie. Auch am heutigen 21. März sind Jugendliche wieder weltweit aufgerufen, Gedichte über Gewalt und Frieden zu schreiben, und im Berliner Max-Liebermann-Haus, zum Beispiel, lesen Lyriker ihre vielsprachigen Verse vor. »Die UNESCO weist der Dichtkunst auch im Zeitalter der neuen Informationstechnologien einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu«, heißt es auf deren Internetseite. - Das klingt so seelenlos salbungsvoll.

Und dann kommt da einer, gerade achtzehn Jahre alt, der den Leuten seine Dichtwut um die Ohren haut wie Fausthiebe: »ICH BEKRIEG EUCH MIT WORTEN / UND IHR WERDET ANTWORTEN MIT FEUER«. So schreibt, so schreit Yahya Hassan, palästinensischer Flüchtlingssohn aus Dänemark. 100 000 Exemplare seines Gedichtbandes, der hart vor den Kopf stößt - den prügelnden Vater, hirn- und herzlose Islamisten, den israelischen Staat, die verlogenen europäischen Integratoren -, hat er dort schon verkauft. Versöhnung? REVANCHE!

Yahya Hassan hat geraubt und gestohlen, Autos geknackt und mit Drogen gedealt. Zu den Worten fand er im Arrest. Den Rechtspopulisten, die ihm jetzt für seine vermeintliche »Kritik« an muslimischen »Sozialschmarotzern« applaudieren, begegnet er mit derselben Verachtung wie all den anderen Lügnern. Von Islamisten, heißt es, wird er mit dem Tode bedroht. - »Poesie«, das klingt so weich und verspielt. Yahya Hassan aber setzt für seine Wahrheit seiner Worte sein Leben nicht einfach ins Spiel. Er setzt es aufs Spiel. Martin Hatzius

VATER MEIN UNGEBORENER SOHN

ICH VERSCHÜTTE ZWANZIG LITER DUNKEL

UND EINE KINDHEIT GEGEN DIE WAND

EINE STEINZEITHAND EIN TASCHENBUCH-KORAN

VIELLEICHT HÄTTE ICH DICH GELIEBT

WENN ICH DEIN VATER WÄR UND NICHT DEIN

SOHN

Aus dem soeben auf Deutsch erschienenen Band: Yahya Hassan, Gedichte (Ullstein, 176 S., geb. 16 €).

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!