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Radclub und Umweltverband kämpfen gegen zugeparkte Radwege in der Stadt

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Zugeparkte Radwege sind für viele Fahrradfahrer ein großes Ärgernis. Der BUND startet nun zusammen mit dem Deutschen Fahrrad Club eine Kampagne für ein ungehindertes Durchradeln.

In den großen Geschäftsstraßen sei es am schlimmsten, sagt Martin Schlegel, Referent für Verkehrspolitik beim BUND, und meint damit ein Ärgernis, das seit Jahren Berliner Radfahrer zur Verzweiflung treibt. Am kommenden Montag will der Umweltverband zusammen mit dem Deutschen Fahrrad Club (ADFC) nun verstärkt gegen zugeparkte Radwege in der Stadt vorgehen. Unter dem Motto »Radspuren frei« können engagierte Fahrradfahrer noch bis Ende Juli Strecken online melden, auf denen regelmäßig Autos oder Lieferwagen ein gleichförmiges Durchradeln behindern und damit zur Gefahr für Radfahrer werden.

Ganz besonders im Blick haben die Initiatoren dabei größere Geschäftsstraßen wie die Bergmannstraße in Kreuzberg, die Schlüterstraße in Charlottenburg oder die Schlossstraße in Steglitz. Insbesondere der in zweiter Reihe parkende Lieferverkehr ist dabei ein Problem. Für Transporter hat die Kampagne jedoch noch ein bisschen mehr Verständnis als für private Fahrzeuge. Die Ausweitung der Lieferzonen gehört deshalb zu einer der Forderungen der Initiatoren, außerdem sollen die Kontrollen in den Schwerpunktbereichen verstärkt werden.

»Wir wollen mit der Aktion vornehmlich an die Autofahrer appellieren, den Umweg ein paar Meter weiter zum nächsten Parkplatz in Kauf zu nehmen, anstatt zur permanenten Behinderung zu werden«, sagt Schlegel. Zusammen mit der Kampagne sollen Flyer an die Windschutzscheibe parkender Autos gesteckt werden, auch über eine App denken BUND und ADFC nach.

Auf der Homepage www.radspuren-frei.de können verärgerte Radfahrer ein Onlineformular ausfüllen, Straßen und Art des blockierenden Fahrzeuges eingetragen und auch Fotos hochladen. Außerdem ist auch für weitere Angaben Platz. In der Großbeerenstraße zum Beispiel ist die Fahrbahnmarkierung fast komplett verblichen, teilte ein Nutzer bereits mit. Solche Informationen werden ebenfalls gesammelt und schließlich Ende Juli an den Polizeipräsidenten, die Bezirksstadträte und die Ordnungsämter übermittelt. ADFC und BUND wollen außerdem eine Top-Ten-Liste mit den gefährlichsten Straßenzügen veröffentlichen. Datenschutzrechtlich gebe es keine Bedenken, versichert der BUND. Die Fotos, auf denen Nummernschilder eindeutig zu erkennen sind, werden geschwärzt, allerdings werden die Bilder auch online gestellt. Einen Denunziantenfeldzug will die Kampagne jedoch nicht starten. Die ähnlich motivierte App »Straßensheriff« hatte bereits für viel Kritik gesorgt. Das Bezirksamt Pankow sagte sogar seine Mitwirkung ab. »Autofahrer öffentlich anzuprangern schädigt das Verkehrsklima nur zusätzlich«, sagt Schlegel.

Gefreut hat man sich beim BUND über die Aufhebung der Haushaltssperre für den Ausbau der Radwege in Berlin. Am Mittwoch hatte der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses die geplanten 8,2 Millionen Euro freigegeben. Damit sollen insgesamt 55 Projekte in allen zwölf Bezirken in den nächsten zwei Jahren begonnen werden. »Wir hoffen, dass unsere Anregungen, die wir mit der Kampagne geben, auch in die Planungen der neuen Radwege einfließen«, sagt Schlegel.

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