Brandenburg

Der alltägliche Rassismus

Ein Gespräch mit der Antidiskriminierungsexpertin Nadja Hitzel-Abdelhamid

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es eine Beratungsstelle speziell für Fälle rassistischer Diskriminierung in Brandenburg. Die Anlaufstelle ist beim Verein Opferperspektive angesiedelt, der sonst Hilfe für Opfer von rechten Gewalttaten anbietet. Mit Beraterin Nadja Hitzel-Abdelhamid sprach Sven Kames.

nd: Frau Hitzel-Abdelhamid, hat man als Beraterin für Betroffene von rassistischer Diskriminierung in Brandenburg viel zu tun?
Hitzel-Abdelhamid: Unbedingt. Jedes Jahr kann unser kleines, nur zweiköpfiges Team rund 30 Fälle begleiten. Mehr ist nicht drin. Die Anzahl der Fälle, von denen wir erfahren, in denen wir eigentlich auch aktiv werden müssten, liegt um ein Vielfaches höher. Dabei sind wir in manchen Bereichen und Regionen wegen fehlender Kapazitäten kaum präsent. Das Ausmaß des Problems ist für viele überraschend groß, schließlich ist der Migrantenanteil im Land ja eigentlich überschaubar.

Mit welcher Art von Fällen haben Sie es zu tun?
Zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt. Wir hatten da zum Beispiel eine Familie, die ein zweites Kind bekam und bei ihrer Vermietung nach einer größeren Wohnung anfragte. Sie bekam zur Auskunft, dass große Wohnungen »an Ausländer« nicht vergeben würden.

Beispiel Behörden: Einem ges...



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