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Baumsterben, Hitzestress, Wassermangel

Heute erscheint ein neues Dokument über verheerende Folgen des Klimawandels

Fünf Tage lang saßen im japanischen Yokohama Wissenschaftler mit Vertretern der Politik zusammen und diskutierten ein Dokument, das sich mit den Auswirkungen der Erderwärmung befasst. Zeile für Zeile wurde hinter verschlossenen Türen über die »Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger« abgestimmt, die auf 150 Seiten bündelt, was die Fachleute seit dem vorangegangenen Sachstandsbericht von 2007 an Erkenntnissen über die Folgen des Klimawandels auf Natur und Gesellschaft; über Risiken und Verwundbarkeiten, und über Möglichkeiten der Anpassung zusammengetragen haben. Bekanntgegeben wird es am heutigen Montag auf einer Pressekonferenz.

Eine brisante Botschaft lautet: Der Klimawandel ist längst Realität, und er schädigt die Ökosysteme. Die Forscher stellen beispielsweise ein zunehmendes Baumsterben fest, mancherorts fortschreitende Wasserknappheit oder die Ausrottung vieler Amphibien in Mittelamerika. Überhaupt seien viele Arten überfordert sich anzupassen, heißt es - der Wandel geht einfach zu schnell. Aber auch die für alles hauptverantwortliche Spezies leidet bereits. Zum einen habe die Erderwärmung »zu einer schlechteren Gesundheit der Spezies Mensch geführt«, konstatiert die Arbeitsgruppe 2. In Europa etwa mache sich das durch Hitzestress bemerkbar. Zum anderen drohen »Tod, Verletzung und Verlust der Heimat« in Küstenregionen und Inselstaaten durch Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten. Zudem verweist der Bericht auf eine unsichere Ernährung für »ärmere Bevölkerungsgruppen«. Erwartet wird, dass der Klimawandel die mittleren Ernteerträge um bis zu zwei Prozent pro Dekade verringert. Die Befunde decken sich mit den Daten der Weltmeteorologie-Organisation (WMO). Demnach war jedes der vergangenen drei Jahrzehnte wärmer als die vorherigen. Hitzewellen wie die in Australien wären ohne menschlichen Einfluss »nahezu unmöglich«.

Klimaskeptiker greifen den Bericht scharf an. Spiegel Online behauptete, ein Autor, der niederländische Umweltökonom Richard Tol, sei zurückgetreten, weil der Report in Richtung »Alarmismus« und »apokalyptische Reiter« gedriftet sei. Tatsächlich hatte Tol sich bereits vor einem halben Jahr zurückgezogen, sein Name wäre ohnehin nicht genannt worden. Auch die FAZ griff Tols Kritik auf und wertete sie als Beleg, dass die Sachstandsberichte des Weltklimarates IPCC »übertrieben alarmistische Szenarien« prognostizieren. Laut Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sind die Prognosen des IPCC jedoch eher zu vorsichtig. Das liegt ganz schlicht auch am Verfahren. Schließlich betreibt der IPCC selbst keine Forschung. Grundlage seiner Berichte sind lediglich vorhandene Studien - die von den Autoren gesichtet, geprüft und zusammengetragen werden. Er liefert also genau das, was der Name sagt: einen Sachstandsbericht.

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