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Erneuter Todesfall auf einer WM-Baustelle in Brasilien

Ein Arbeiter erlag in São Paulo nach einem Sturz aus großer Höhe seinen Verletzungen

Erneut ist auf einer WM-Baustelle ein Arbeiter ums Leben gekommen. Gewerkschaften klagen über Zeitdruck und laxe Sicherheitsmaßnahmen. Die FIFA erwartet einen Bericht aus Brasilien.

Auf der Baustelle des WM-Stadions im brasilianischen São Paulo ist wieder ein Arbeiter tödlich verunglückt. Der Mann ist am Sonnabend bei der Montage provisorischer Tribünen aus großer Höhe abgestürzt, berichtete die Zeitung »Folha de São Paulo« unter Berufung auf die Feuerwehr. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Damit stieg die Zahl der an WM-Baustellen verunglückten Arbeiter auf sieben.

Der Fußball-Weltverband FIFA und das WM-Organisationskomitee reagierten mit Bedauern auf den Todesfall. »Mit großer Traurigkeit senden wir der Familie und den Kollegen unser aufrichtiges Beileid«, teilte die FIFA auf ihrer Internetseite mit. »Für die FIFA, das OK und die brasilianischen Behörden steht Sicherheit an erster Stelle. Wir warten auf den offiziellen Bericht der Behörden«, hieß es dort.

Der verunglückte Mann arbeitete für das Subunternehmen WDS, das im Auftrag der Firma Fast Engenharia die Tribünen installiert. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe der Arbeiter seine vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung getragen, teilte Fast Engenharia mit. Erste Ermittlungen kommen aber zu einem anderen Ergebnis. Zeugenbefragungen hätten ergeben, dass der Arbeiter keinen Sicherheitsgurt anlegte, da er nur »Kleinigkeiten« zu erledigen hatte.

Ein Mitarbeiter der verantwortlichen Baufirma Odebrecht sagte hingegen dem Onlineportal Globoesporte, der Mann sei abgestürzt, als er sich an einem Stahlseil sichern wollte. Trotz des Unfalls wurden die Arbeiten am Stadion am Sonnabend fortgesetzt.

Bereits Ende November waren auf der Baustelle der Corinthians Arena zwei Arbeiter ums Leben gekommen. Damals war ein Kran umgestürzt. Mit der Begegnung zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien wird am 12. Juni in São Paulo die Fußball-WM eröffnet.

Eine Alternative zum Stadion in São Paulo für das Eröffnungsspiel gibt es laut Fußball-Weltverband nicht. Erst am Donnerstag machte Generalsekretär Jérôme Valcke erneut Druck. »Die Zeit rennt«, sagte der Franzose. Es gebe noch viel zu tun. FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte versichert, dass die Bauarbeiten rechtzeitig vor dem WM-Anpfiff beendet sein werden.

Noch immer hat Brasilien mit zahlreichen Bauverzögerungen zu kämpfen. Gewerkschaften kritisierten die hohe Arbeitsbelastung auf den Stadionbaustellen und warnten vor laxen Sicherheitsvorkehrungen. An der Stadionbaustelle in der Amazonas-stadt Manaus kamen bislang drei Menschen ums Leben. Ein weiterer Arbeiter verunglückte am Stadion der Hauptstadt Brasília.

Im Problemstadion in Curitiba fand derweil eine erste Testveranstaltung statt. Vor 10 000 Zuschauern trennten sich zwei lokale Teams 0:0. Es war aber keine offizielle FIFA-Veranstaltung. Die Arena da Baixada, wo vier WM-Gruppenspiele geplant sind, stand zu Beginn des Jahres wegen der Bauverzögerungen als WM-Spielort noch auf der Kippe.

Inzwischen hat die Militärpolizei in Armenvierteln nahe dem Flughafen von Rio de Janeiro die Kontrolle übernommen. Es kamen gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber zum Einsatz. In der Gegend werden zur Fußball-WM zigtausende Touristen erwartet. Die Militärpolizei will sich früh auf unliebsame Vorkommnisse einstellen. dpa/nd

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