Stasi-Behörde »kein Amt für absolute Wahrheit«

Bundesbeauftragter Roland Jahn plädiert für Offenheit in der Vergangenheitsdebatte

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Am Mittwoch bespricht der Landtag den Abschlussbericht der Enquetekommission zur Aufarbeitung der Nachwendejahre. Aus diesem Anlass äußerte sich am Montag der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde.

Der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, hat die anderen ostdeutschen Bundesländer aufgefordert, nach dem Vorbild Brandenburgs die Nachwendezeit kritisch zu beleuchten. »Die Aufarbeitung der Aufarbeitung steht an«, sagte er am Montag im Potsdamer Landtag. Hier wird morgen der Abschlussbericht einer eigens eingesetzten Enquetekommission im Parlament debattiert.

Im Umgang mit der DDR-Vergangenheit sollte die Diskussion »weg von der Vorwurfshaltung« kommen, forderte Jahn. »Es geht nicht um Abrechnung.« Auch die von ihm geleitete Stasi-Unterlagenbehörde »ist kein Amt für die absolute Wahrheit«, räumte er ein. Jahn sprach sich dafür aus, eine Atmosphäre zu schaffen, in der einstige DDR-Bürger offen mit ihrer Biografie umgehen könnten. »Es ist wichtig, dass kein Geschichtsbild verordnet wird.«

Zuvor hatte der Leiter der Abteilung »Kommunismus und Gesellschaft« des Zentrums für Zeithistorische Forschungen, Jens Gies...


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