Das Unternehmen als Glaskugel

Jürgen Petry beleuchtet polemisch und pfiffig den Buchmarkt in der DDR

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Er weiß es und sagt es auch im Vorwort: »Umgestaltung«, der Titel des Buches, »als eine der möglichen Deutungen des russischen Begriffs Perestroika zu verstehen«, trifft nicht das, was hier beschrieben wird. Aber wer kauft schon einen Band namens »Zusammenbruch« oder »Chaos«? Indes: Wer noch den Wunsch hat zu verstehen, wie es in der DDR zuerst zum Chaos und dann zum Zusammenbruch gekommen ist, dem sei die Lektüre empfohlen.

Jürgen Petry, langjähriger Leiter des Leipziger Kommissions- und Großbuchhandels (LKG), nennt in aller Deutlichkeit Dinge beim Namen, die mancher womöglich so nicht weiß. Er nimmt sein Unternehmen als »Glaskugel, in der sich die Gesellschaft spiegelte«. Das heißt, er ist ebenso auf die Einzelheiten des Konkreten wie auf jenen ganzheitlichen Blick bedacht, den er ja auch selber brauchte, um zu verarbeiten, was ihm an Widersinnigkeiten nicht nur widerfuhr, sondern was von ihm so oder so auch mitgetragen wurd...


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