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Trümmerhaufen als Erbschaft

Für Jan Ullrich ist das »chavistische Modell« in Venezuela ökonomisch gescheitert

Das seit 1999 »chavistisch« regierte Venezuela erscheint auf den ersten Blick als entwicklungspolitisches Erfolgsmodell. Die extreme Armut sank in den drei Amtszeiten des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez bis zum Jahr 2012 von 21,7 auf 9,7 Prozent, die relative Armut von 48 auf 24 Prozent. Bei der Einkommensverteilung verbesserte sich Venezuela aus dem regionalen Mittelfeld auf den zweiten Platz hinter Uruguay. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs trotz von außen hervorgerufener Rückschläge im Durchschnitt um drei Prozent jährlich. Studierende, die auf den Straßen Venezuelas dieser Tage ein Scheitern des »chavistischen Modells« anprangern, scheinen vor dem Hintergrund dieser UNO-Zahlen nicht nur ideologisch motiviert, sondern auch die Realität zu verweigern. Trotzdem haben sie recht. Der »Chavismus« ist - wie seine sozial- und christdemokratischen Vorgänger - daran gescheitert, den Fluch des Ressourcenreichtums zu überwinden.

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