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Im Anfang war das Wort

Glaube und Identität stehen im Fokus der Deutsch- Israelischen Literaturtage

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 2 Min.

Israel ist ein jüdischer Staat - ganz klar, die Heimstätte der jüdischen Nation, sagen die Säkularen. Ohne Zweifel, Ort religiöser Gelehrsamkeit und der Verbindung zu Gott, sagen die Strenggläubigen. Einig nur darin, dass man uneins ist? Fragen um die richtige Auslegung der jüdischen Identität im modernen Israel sind so alt wie der Staat selbst: Welche Rolle soll der Glaube im öffentlichen Leben spielen? Kann die Religion Privatsache und trotzdem universelle Quelle von Moralität in der Gesellschaft sein?

Fragen von Glauben, Religion, individueller und kollektiver Identität kommen aber auch in einem scheinbar so säkularen Land wie Deutschland in verschiedenen Debatten immer wieder zur Sprache. Erinnert sei nur an die Diskussionen um den Limburger Bischof oder an die Debatten um religiös motivierte Beschneidungen von Knaben. Die Rolle des Islam in Europa ist sowieso Dauerthema.

Die von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Goethe Institut organisierten Deutsch-Israelischen Kulturtage, die in diesem Jahr wieder in Berlin und Frankfurt (Oder) stattfinden, greifen mit dem Titel »Glaubenssachen« also für beide Länder hochaktuelle Themen auf. »Die Stärke der Literatur ist es, einen frischen, unverkrampften, manchmal auch frechen Umgang mit so brisanten gesellschaftlichen Aspekten wie Religion und Identität zu finden«, erklärt Kurator Frank Domhan.

Während Religiöses in der zeitgenössischen deutschen Literatur häufig nur einen inhaltlichen Nebenschauplatz einnimmt, sind in Israel in den letzten Monaten viele neue Werke zum Thema erschienen. Ein Grund hierfür waren sicherlich die Knesset-Wahlen 2013 und das Versprechen der Newcomer von der »Zukunftspartei« um den TV-Star Yair Lapid, die Wehrpflicht auch verpflichtend für orthodoxe Männer einzuführen. Eines der erbittertsten Streitthemen in Israel. Das erst kürzlich verabschiedete entsprechende Gesetz heizt die Diskussion zusätzlich an.

Man darf also gespannt sein auf Autoren wie Assaf Gavron, der aus seinem neuen Buch zur Siedler-Thematik liest, und Eva Menasse, die die sieben christlichen Todsünden in die Moderne holt.

Karten und Programm: www.goethe.de/ins/gf/ de12386378v.htm

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