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Tarifexpertin

Ilona Ritter ist Vorsitzende Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Als Ilona Ritter 2009 zur Vorsitzenden Tarifpolitik und in den Vorstand der Vereinigung Cockpit (VC) »bestellt« wurde, fanden sich in einer Pressemitteilung der Pilotengewerkschaft nur wenige Angaben zu jener Frau, die nach dem dreitägigen Streik in der vergangenen Woche ab heute erneut mit Lufthansa verhandelt. Die Wirtschaftsingenieurin sei seit 1991 im Luftverkehr gewerkschaftlich tätig, 2004 habe sie bei Cockpit die Leitung Tarifpolitik übernommen, hieß es damals knapp.

Inzwischen gibt es mehr Angaben zu ihrer Person: Zum Beispiel, dass sie ihre Luftfahrtkarriere 1972 »noch bei der DDR-Fluggesellschaft Interflug gestartet« habe, wie dpa formuliert. Und dass die gebürtige Niederlausitzerin nach der Wende in Frankfurt bei der Deutschen Angestelltengewerkschaft (DAG) anheuerte. Gegenüber »nd« ergänzt und präzisiert Ritter, dass sie 1991 auf ehrenamtlicher Basis bei der DAG angefangen habe - und dann in den ersten frei gewählten Betriebsrat von Interflug gewählt worden sei. Als die DAG 2001 in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufging, blieb Ritter dort - bis die Vereinigung Cockpit sie abwarb.

Der Aufstieg des Berufsverbands Vereinigung Cockpit zu einer tariffähigen Gewerkschaft bedeutet auch für Ritter mehr Verantwortung. Inzwischen handelt die VC fast alle Pilotentarifverträge bei den Fluggesellschaften Deutschlands aus. Die heute 58-Jährige hat einerseits den Ruf, eine beinharte Verhandlerin zu sein - wenn es darauf ankommt. Andererseits soll sie auch kompromissbereit sein.

Auf das Problem des Verhältnisses von (tariffähigen) Vereinigungen und Gewerkschaften angesprochen, lässt sie durchblicken, dass es ihr nicht egal ist, ob zum Beispiel das Kabinenpersonal auch Tarifverträge hat. Das betreffe ja insgesamt die Entwicklung der Gewerkschaften. Aber sie sagt auch, dass Cockpit sich mit seinen Forderungen nicht nach anderen Gewerkschaften richte. Die mit einem Piloten verheiratete Ritter spricht sich auch klar für das Streikrecht aus. Dass dies nicht nur Rhetorik ist, ließ sich unlängst gut beobachten.

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