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Wahlkampf auf Irakisch

Olaf Standke über die Gewaltexesse im Zweistromland

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Über 20 Menschen starben am Mittwoch in Irak, als in Bagdad in mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtvierteln Autobomben detonierten. Am Abend zuvor wurde in der Provinz Salaheddin auf Wahlkampfhelfer von Ex-Ministerpräsident Ijad Allawi geschossen. Wahlkampf auf Irakisch: Drei Wochen vor der geplanten Parlamentswahl ist die Sicherheitslage verheerend. Fast jeden Tag kommen Meldungen über tödliche Selbstmordattentate oder Gefechte zwischen der Armee und Aufständischen. Seit Anfang des Wahljahres kamen über 2400 Menschen bei Gewalttaten um. Terroristen vertreiben Dorfbewohner. Hunderttausende fliehen nach UN-Angaben vor den Kämpfen in der westlichen Unruheprovinz Al-Anbar, wo der Anteil der registrierten Wähler nur bei etwa 30 Prozent liegt.

Genährt wird diese Gewalt vor allem von der Wut der sunnitischen Minderheit auf die schiitisch dominierte Regierung. Viele Sunniten werfen ihr vor, sie in Politik und Wirtschaft zu benachteiligen. Aber auch internationale Beobachter machen Nuri al-Maliki für die explosive Entwicklung verantwortlich. Und selbst einige Schiiten-Parteien wollen eine dritte Amtszeit des Ministerpräsidenten verhindern. Nur ist die Terrorgefahr in vielen Teilen des Landes inzwischen so groß, dass dort wahrscheinlich kaum jemand an die Wahlurnen gehen wird.

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