Washingtons Geheimoperation »ZunZuneo«

Ein Twitter-ähnliches Netzwerk sollte den Regimewechsel auf Kuba befördern

  • Von Patricia Grogg, Havanna
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Junge Kubaner waren von 2009 bis 2012 Zielscheibe einer USA-Geheimoperation zur Destabilisierung des Inselstaates.

Es sollte eine Entwicklung der besonderen Art werden: Junge Kubaner sollten über den Twitter-ähnlichen Dienst »ZunZuneo« zu Massenprotesten im Stil des »Arabischen Frühlings« angeregt werden. Anfang April bestätigte das Weiße Haus, dass die Entwicklungsbehörde USAID hinter dem sozialen Netzwerk stand, bei dem sich 40 000 Kubaner registriert hatten. Weil die Mittel versiegten, wurde der Dienst vor zwei Jahren aber wieder eingestellt. »ZunZuneo«, benannt nach dem Geräusch, das die »zunzune« (Kolibris) mit ihren Flügelschlägen verursachen, war eine Plattform zum Austausch kurzer Textnachrichten. Sie machte sich das Bedürfnis junger Kubaner nach einem Zugang zum Internet zunutze.

»Junge Leute mögen es nicht besonders, wenn sie zur Teilnahme an den Kundgebungen zum 1. Mai oder an anderen Demonstrationen aufgefordert werden«, erläuterte der 29-jährige kubanische Journalist Antonio Rodríguez, der in die USA ausgewandert ist. Das habe...


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