Uwe Stolzmann 19.04.2014 / Kultur

Liebe, Leidenschaft, Gewalt

Zum Tod des kolumbianischen Literatur-Nobelpreisträgers Gabriel García Márquez

Es war Mitte der Achtziger, ein Montagmorgen an einer Universität nahe der Ostsee, als ich Merkwürdiges erlebte: Die Kommilitonen gingen seltsam aufgekratzt in die Vorlesung - und das nur wegen eines Buchs. Sie schwärmten, und sie zeigten Selbstgemaltes, Stammbäume der Protagonisten, an hellen Sonntagsstunden zu Papier gebracht. Verrückt. Was mochte das für ein Buch sein? Und was für ein Wunderautor? García Márquez. Schon gelesen? Nein. Das Werk ist Pflicht! Ich würde dennoch nichts von ihm lesen, das wusste ich, denn der Eifer der Kollegen wirkte missionarisch. Und ein Buch, das einen Stammbaum brauchte, handgefertigt, nun, das roch nach Lesearbeit, nicht nach Vergnügen.

Ich habe den Roman dann doch gelesen, »Hundert Jahre Einsamkeit«, und die Erschütterung bei der Lektüre fühle ich noch heute. Was für ein Anfang: »Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendía sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmit...

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