Teufelsfahrten ohne Wiederkehr

Die »Entsorgung« von Weltkriegs-C-Waffen

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Zeitbombe tickt: Zwischen 1917 und 1970 wurden systematisch über eine Million Tonnen Chemiewaffen aus beiden Weltkriegen in den Meeren, in Binnenseen und im Erdboden versenkt.

Die aus Syrien abtransportierten Kampfstoffe werden auf dem US-Marineschiff »Cape Ray« entschärft. Anschließend wird das Schiff nach Bremerhaven fahren, um dort 370 Tonnen des bei der Vernichtung anfallenden Hydrolysats zu entladen. Die werden dann bei der Bundeseigenen Entsorgungsfirma GEKA in Munster verbrannt. Der Rest wird im finnischen Korka entladen. Es ist zwar unnötig, doch soll eine deutsche Fregatte den Transport absichern.

Sicher ist sicher. Wirklich? Die »Cape Ray« durchpflügt Meere, in denen es nur so wimmelt von Chemiewaffen. Beispiel Mittelmeer: Mussolini hatte - um beim großen Völkermorden mithalten zu können - vorm und im Zweiten Weltkrieg im großen Stil Chemiewaffen entwickelt und getestet. Als der Krieg vorbei war, wussten die Alliierten nicht, was sie damit machen sollten. Sie warfen alles ins Meer. Vor allem die Adria war betroffen.

Auch der Atlantik, auf den die »Cape Ray« fahren wird, ist ein C-Waf...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.