NBA setzt Sterling vor die Tür

Aktion gegen Rassismus in der US-Basketballliga

  • Von Uli Schember und Thomas Wolfer
  • Lesedauer: 2 Min.
Die NBA hat den Besitzer der Los Angeles Clippers lebenslang gesperrt. Donald Sterling soll das Team nun schnellstmöglich verkaufen.

Los Angeles/Berlin. Die Türen sind zu für Donald Sterling - und Amerika feiert den harten Schlag der National Basketball Association NBA gegen den Rassismus. »WE ARE ONE«, wir sind eins, stand nach der lebenslänglichen Sperre gegen den Besitzer der Los Angeles Clippers auf der Homepage des Klubs. Ein Verkauf des Klubs ist so gut wie sicher. Wegen diskriminierender Bemerkungen über Schwarze wurde der 80-jährige Sterling von NBA-Chef Adam Silver zur Persona non grata erklärt. Ausgesperrt. Für immer.

Spiele seiner Clippers, die der Geschäftsmann 1981 für 12,5 Millionen Dollar gekauft hat und die heute 600 Millionen wert sind, darf Sterling nicht mehr besuchen. Zum Training gibt es keinen Zutritt, Büros sind tabu. Der 52-jährige Silver, am 1. Februar zum NBA-Chef aufgestiegen, wirkte entschlossen, als er bei einer Pressekonferenz in New York die Entscheidung verkündete. Der Jurist sprach von »persönlicher Wut«, empfand Sterlings Aussagen als Angriff gegen sich und seine Liga. Auch US-Präsident Barack Obama unterstützt die Entscheidung, er ist sicher, »die NBA hat das Richtige getan«. Mavericks-Star Dirk Nowitzki äußerte sich enttäuscht darüber, »dass die NBA im Jahr 2014 noch einen Klubbesitzer hat, der so eine Weltanschauung hat«.

Ein Foto von NBA-Legende Earvin »Magic« Johnson mit Sterlings fast 50 Jahre jüngerer Freundin war Mitauslöser der auf Band mitgeschnittenen Hasstirade des Milliardärs. »Du kannst mit ihnen schlafen, du kannst machen, was du willst. Ich bitte dich nur, das nicht zur Schau zu stellen und sie nicht mit zu meinen Spielen zu bringen«, hatte Sterling zu Stiviano gesagt.

Die Verbannung und 2,5 Millionen Dollar Geldstrafe, das Maximum laut NBA-Statuten, sind noch nicht das Ende. Sterling soll den Klub verkaufen, drei Viertel der anderen 29 Besitzer müssen zustimmen. Interessenten stehen Schlange, einer Gruppe um Oprah Winfrey werden gute Chancen eingeräumt. Boxweltmeister Floyd Mayweather und »Magic« Johnson könnten sich auch ein Engagement vorstellen. Ebenso zeigten sich US-Musikgrößen wie Sean »P. Diddy« Combs oder Dr. Dre nicht abgeneigt, und auch Boxer Oscar de la Hoya gehört angeblich zu den potenziellen Investoren.

Der erste Schritt zurück in die Normalität endete für die Clippers mit einem sportlichen Erfolg. Nach der Urteilsverkündung gewann das Team in den Playoffs 113:103 gegen die Golden State Warriors und ging in der Serie best of seven mit 3:2 in Führung. Die Fans rund um das Staples Center setzten derweil Zeichen. »Liebe die Spieler, hasse den Besitzer« war auf vielen T-Shirts zu lesen. SID/nd

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