Flüchtlinge unterbrechen Hungerstreik

Protest nach Gespräch mit der Bundesbeauftragten ausgesetzt / Forderungen noch unerfüllt

Die Flüchtlinge und Aktivisten auf dem Oranienplatz haben ihren Hungerstreik vorläufig unterbrochen. Pünktlich zum großen Myfest auf dem Platz am Donnerstag setzten die nach eigenen Angaben elf Teilnehmer ihre Protestaktion nach einem Gespräch mit der Bundesbeauftragten für Flüchtlinge, Aydan Özugus, aus. Der Streik solle bis zu einem weiteren Treffen mit Özugus ruhen, sagten Vertreter der Gruppe auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Flüchtlinge fordern die erneute Etablierung des Infopunktes und eines großen Zelts für Treffen am Oranienplatz sowie die Umwandlung der besetzten ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in ein selbst-organisiertes politisches Zentrum für Flüchtlinge. Trotz der Unterbrechung des Streiks wollen die Flüchtlinge weiter auf dem Oranienplatz schlafen. »Wir werden diesen Ort nur mit einer konkreten Lösung verlassen«, sagte einer der Flüchtlinge. Aus Rücksicht auf die Gruppe verlegte das Bezirksamt den Standort für die Rockbühne beim Myfest.

Die Flüchtlinge hatten sich am Vormittag mit Özugus getroffen, um über ihre Situation zu sprechen. Anwesend war auch die Integrationsbeauftragte des Senats, Monika Lüke. Beide drückten ihre Sorge über den Gesundheitszustand der nach eigenen Angaben seit dem 8. April hungerstreikenden Flüchtlinge aus. Özugus bot weitere Gespräche an. dpa/nd

Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

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