Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Von Böll bis Thierse

Sitzblockaden als Form des zivilen Ungehorsams gibt es seit Jahrzehnten

  • Von Florian Schmid
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Gegen die Aufstellung von Atomraketen setzten sich Menschen auf die Straßen - und gegen Nazis, Castoren und die Banken. Noch immer kann Kriminalisierung folgen. Eine kleine Geschichte der Blockade.

Sitzblockaden sind in gewisser Weise der Evergreen der bundesrepublikanischen Protestformen. Schon Heinrich Böll, Dieter Hildebrandt, Robert Jungk und viele andere Prominente blockierten seinerzeit die Aufstellung von Pershing-II-Raketen in der Mutlanger Heide. Mutlangen war lange Zeit ein Synonym für zivilgesellschaftlichen Widerstand. »Unser Mut wird langen, nicht nur in Mutlangen«, hieß das dazugehörige Wortspiel der gewaltfreien Protestierer aus der Friedensbewegung.

Zwischen 1983 und 1990 wurden in Mutlangen fast 3000 Blockierer festgenommen und wegen Nötigung angezeigt. Zumeist hatten die Verfahren Geldstrafen zur Folge, bis das Bundesverfassungsgericht die Verurteilungen wegen Nötigung schließlich für verfassungswidrig erklärte. Gegen die Stationierung der Pershings blockierten 1983 auch tausende Menschen drei Tage lang den Bremer Hafen, die Polizei ging bei der Räumung nicht eben zimperlich vor, setzte Knüppel und Wass...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.