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Stadionverbot für Antifa-Slogan

DFB verbannt in Hamburg politische Äußerung - viel Kritik, nicht nur auf St. Pauli

Berlin. Auch wenn »Kein Fußball« darüber steht: Auf dem Rasen des Hamburger Milllerntorstadions wird er gespielt. Der teilweise verhüllte Schriftzug »Kein Fußball den Faschisten« ist aber keine Kunstaktion oder gar Selbstkritik am Spiel, sondern zeigt, wie sehr der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um politische Neutralität bemüht ist: So sehr, dass es schmerzt. Die deutsche Nationalmannschaft trainierte am Montag im Stadion des FC St. Pauli vor dem Länderspiel gegen Polen. Zum Pressetermin ließ der DFB Teile des Schriftzuges mit grüner Plane verdecken, »Kein Fußball« prangte fortan über den Übungen der deutschen Kicker. »Das Millerntor wurde neutralisiert. Das heißt, dass es frei von Werbung gemacht wird, aber auch von politischen Äußerungen«, erklärte der Verband im sozialen Netzwerk Twitter. »Wir sind inhaltlich klar auf der Linie des FC St. Pauli. Die Überlegung war, dass man auf keinen Fall Fotos und TV-Bilder von deutschen Nationalspielern vor der herausgelösten Aussage ›für (sic!) Faschisten‹ ermöglichen wollte«, ergänzte Nationalmannschaftssprecher Jens Grittner gegenüber dpa.

»Mit großem Unverständnis haben wir das Vorgehen des DFB zur Kenntnis genommen. Es steht für uns im deutlichen Widerspruch zu all den Aktionen, die der DFB in der Vergangenheit gegen Fremdenhass, Diskriminierung und Rassismus durchgeführt hat«, entgegnete das Präsidium des FC St. Pauli am Dienstag in einer Stellungnahme. Bei vorherigen DFB-Veranstaltungen hätte die vereinbarte »Neutralisierung« immer nur Werbeflächen betroffen.

Kampf gegen Rassismus ja, aber bitte ohne Politik: Die ironische Reaktion des Ex-St.-Pauli-Spielers Ralph Gunesch bei Twitter: »Lasst uns einfach wieder rote Karten hochhalten und Alibi-Texte vorlesen vor dem Spiel, damit der Punkt im Jahresplan abgehakt werden kann.« nd

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