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Zwei Elche auf Wanderschaft

Eberswalde. Zwei wandernde Elche ziehen seit mehr als einer Woche die Aufmerksamkeit in Ostbrandenburg auf sich. Die Tiere wurden zunächst im Oderbruch gesichtet, ein paar Tage später streiften sie schon in Wäldern kurz vor Berlin umher. Die mächtigen Tiere kämen aus Polen, wo es immer mehr Elche gebe, sagte Diplombiologin Ina Martin. »Sie wandern auf uralten Wegen und suchen neue Lebensräume.«

Ina Martin arbeitet am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde und erfasst auch Daten zum Elch. Nach ihrer Einschätzung ist Brandenburg ein Durchzugsland für die großen Säugetiere, die bis zu 800 Kilogramm wiegen können. Sie bevorzugen offene Waldlandschaften und Feuchtgebiete und suchen die Ruhe, sagte Martin.

Während der Streifzüge könne ein Elch schon mal auf der Autobahn Halt machen. »Die Tiere sehen im Straßenverkehr keine Gefahr und bleiben einfach stehen«, sagte sie. So komme es auch zu Unfällen, wie beispielsweise 2012 auf dem Berliner Ring. Dabei wurden das Tier getötet und ein Kraftfahrer verletzt. Dass Elche sich an Obst in Vorgärten laben, wie in Schweden häufig der Fall, komme hierzulande noch nicht vor.

Manchmal werden Tiere ein bis zwei Wochen in Brandenburg gesichtet und sind dann wieder verschwunden. »Das heißt, sie sind weiter westwärts gezogen oder umgekehrt«, erläuterte die Expertin. Elche ziehen sich ihr zufolge auch wieder zurück, weil ihnen hier Siedlungen und Verkehrswege zu dicht beieinander liegen.

Die Wissenschaftlerin riet Spaziergängen, den Tieren nicht nachzulaufen. Auch sollte sie Kühen mit Kälbern aus dem Weg gehen. »Sie verteidigen ihr Junges mit den Vorderhufen«, sagte Martin. In der Paarungszeit im Herbst sei es ratsam, einen großen Bogen um die Männchen zu machen. Mittels Monitoring werden Elche in Brandenburg erfasst. In diesem Jahr gab es bisher drei neue Meldungen. dpa/nd

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