Venezuelas alltäglicher Mangel

Volle Regale haben in den Supermärkten Seltenheitswert und Besserung ist nicht greifbar

  • Von Jürgen Vogt, Caracas
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Proteste gegen die Regierung von Nicolás Maduro in Venezuela sind abgeflaut. Die Versorgungslage ist jedoch nach wie vor prekär und eine wirtschaftliche Erholung nicht in Sicht.

Zügig bewegt sich der Einkaufswagenkorso vor dem »Gran Abasto Bicentenario« voran. Der große staatliche Supermarkt, nur einen Steinwurf von der Plaza Venezuela entfernt im Zentrum der Hauptstadt Caracas, ist ein beliebter Einkaufsort. Hier gelten die staatlich festgesetzten Preise und das gemischte Personal aus Supermarktbelegschaft und uniformierten Soldatinnen und Soldaten sorgt dafür, dass sie auch an die Kundschaft weitergegeben werden.

»Wenn wir drin sind, stellen wir uns gleich in die nächste Schlange.« Oscar Morales kommt regelmäßig ins »Bicentenario«. Als Rentner könnte er sofort hinein. »Solange ich ordentlich laufen kann, stell‘ ich mich an«, sagte er und schiebt seinen Wagen ein Stück voran. »Obst, Gemüse, Brot, Reis, Linsen und Bohnen kriegst du überall.« Problematisch seien Zucker, Mehl, Speiseöl, Frischmilch, Butter, Kaffee sowie Fleisch zu günstigen Preisen. »Wo immer es das gibt, stehen die Leute Schlange.« Ven...


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