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Lorbeersuche

Der Kinderbuchautor Jörg Sommer vertritt die Umweltverbände in der Endlagerkommssion

Kann der das? Als Jörg Sommer beim Atommmüll-Kongress der Umweltbewegung Ende März in Berlin auf die Bühne stieg, um eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zu leiten, stellten sich einige Anti-Atom-Aktivisten diese Frage. Schließlich war der 50-Jährige vor allem als Kinderbuchautor, nicht aber als Experte für radioaktive Abfälle bekannt. Nach der Debatte war klar: Er konnte. Hervorragend vorbereitet, brachte Sommer durch kritische Fragen insbesondere Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) und Grünen-Chefin Simone Peter mehrmals heftig in die Bredouille.

Dieser Auftritt hat ihn aus Sicht der von ihm geleiteten Deutschen Umweltstiftung für höhere Aufgaben qualifiziert. Sommer wird - neben BUND-Vize Klaus Brunsmeier - die Ökoverbände in der Endlagerkommission vertreten. Das Gremium, das Grundlagen für die Suche nach einer Lagerstätte erarbeiten soll, kommt am Donnerstag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Damit steht Sommer jetzt in der Kritik der Anti-Atom-Organisationen, die eine Mitarbeit ablehnen, weil sie das ganze Verfahren für untauglich halten. Erste Proteste sind angekündigt.

Der gebürtige Heilbronner ist im Hauptberuf Schriftsteller. Gemeinsam mit seiner Frau Gerit Kopietz hat er mehr als 160 Kinder- und Jugendbücher verfasst. Die Titel wurden in bis zu 30 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage liegt bei rund drei Millionen. Sommer ist auch einer der Gründer des ersten deutschsprachigen Kinderbuchautoren-Netzwerkes KIBULI, Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller und Mitherausgeber des Jahrbuches Ökologie. Seit Juni 2009 ist er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, der ältesten und größten deutschen Bürgerstiftung.

Angang Mai wurde Sommer mit dem Verdienstorden Baden-Württembergs ausgezeichnet. Damit würdigte das Bundesland seine Verdienste um den Umwelt- und Naturschutz und die kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Für die Mitarbeit in der Endlagerkommission nützt ihm der Orden allerdings wenig. Hier muss er sich seine Lorbeeren noch verdienen.

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