Der Unverdächtige

Bis vor kurzem war SPE-Spitzenkandidat Martin Schulz nur wenigen bekannt. Im Wahlkampf hat das Vorteile

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Der Sozialdemokrat Martin Schulz hat Chancen, Präsident der Europäischen Kommission zu werden. Bei seiner Tour durch Europa verspricht er soziale Verbesserungen.

Die Stimmung auf dem Berliner Alexanderplatz ist gereizt. Vor dem Podium sitzen dicht gedrängt jubelnde und klatschende Menschen. Manche schwenken rote Fahnen, auf denen der Schriftzug »SPD« oder die Faust mit roter Rose der Jusos zu sehen ist. Um sie herum haben sich Gruppen gebildet, zum Teil aus Aktivisten der hier stattfindenden Montagsmahnwachen, die lautstark gegen die Sozialdemokraten protestieren. Auf der Wahlkampfbühne kriegen viele Spitzenpolitiker ihr Fett weg. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit muss Schmähungen wegen des unfertigen Flughafens in der Hauptstadt ertragen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier schallen »Kriegstreiber«-Rufe entgegen. Er liefert sich daraufhin ein heftiges Wortgefecht mit den Demonstranten.

Dann tritt der Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), Martin Schulz, an das Mikrofon. Der Mann mit der dicken Brille, Halbglatze und graubraunem Bart spricht über Ung...


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