Der Wahlsause folgt die große Depression

Bei einer Niederlage verlieren indonesische Politiker nicht nur die Wahl - oft ist auch das ganze Geld weg

  • Von Michael Lenz, Jakarta
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Sieger der Parlaments- und Regionalwahlen in Indonesien stehen fest - genauso wie ihre Verlierer. Die leiden besonders: Ganze 7000 Politiker suchten nach der letzten Wahl Hilfe wegen Depressionen.

Mehr als einen Monat hat es gedauert, bis in Indonesien die Stimmen der Parlamentswahl vom 9. April ausgezählt waren. Zu zählen gab es viel nach der Wahl der Superlative. In dem Land mit 17 000 Inseln, 700 Sprachen und drei Zeitzonen waren die 190 Millionen Wähler nicht nur aufgerufen, aus 6000 Kandidaten 560 für einen Sitz im nationalen Parlament zu wählen. Neu zu vergeben waren auch Tausende Mandate bei Regionalwahlen, für die mehr als 200 000 Indonesier kandidierten.

Wer für ein politisches Amt kandidiert, der will gewinnen. Klappt es mit dem Sieg dann nicht, kommt schlechte Laune auf. Normal. In Indonesien ist das anders. Reihenweise verfallen Wahlverlierer in tiefe Depressionen. Und das ist noch der gute Ausgang: Sogar Selbstmorde hat es nach verlorenen Wahlen gegeben. Nach der Wahl 2009 suchten laut dem indonesischen Gesundheitsministerium mehr als 7000 deprimierte Politiker Hilfe und Trost bei modernen Psychologen, trad...


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