Kafka und Kommune

Fünfzig Jahre Wagenbach-Verlag - eine Ausstellung in der Berliner Staatsbibliothek

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Wer zieht hier die Fäden? Unsichtbare zumal, Angelsehne vermutlich. So scheinen all die blau, grün und - vor allem - rot gebundenen Bücher zu schweben, hier im Foyer der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz in Berlin. Es ist ein ganzer Buchkosmos des letzten halben Jahrhunderts, der sich mit dem Wagenbach Verlag und seinem Verleger verbindet. Klaus Wagenbach, Mitte achtzig, ist inzwischen wieder einfacher Lektor im eigenen Verlag, den seine um dreißig Jahre jüngere Frau Susanne Schüssler leitet.

Fäden liefen hier immer zusammen, sichtbare wie unsichtbare, literarische und politische - aus Ost wie aus West. Wenn es einen Verlag in Berlin gibt, der deutsche Teilungsgeschichte in einer Art künstlerischen - und damit in Klaus Wagenbachs Selbstverständnis immer auch publizistischen - Steinbruch zu verwandeln vermochte, dann er. Davon kann man sich in dieser ebenso überschaubaren wie kompakten Ausstellung überzeugen. Die Verlagsjahrz...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.