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Bild und BamS: Das ist kein Journalismus

Gewerkschaftsnahe Brenner-Stiftung legt dritte Studie über «Bild» vor / Berichterstattung im Wahlkampf als Rohmaterial ökonomischer Zielsetzungen

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Berlin. Mit deutlicher Kritik an der Berichterstattung der Boulevardmedien des Springer-Verlages im Bundestagswahlkampf 2013 hat die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung den dritten Teil der «Bild»-Studien von Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz vorgestellt. Die Untersuchung zeige, wie der Konzern die Pressefreiheit im Sinne von Verlagsinteressen umfunktioniere und Themen wie den Wahlkampf zum Rohmaterial ökonomischer Zielsetzungen degradiere. Arlt und Storz hatten die Berichterstattung von «Bild» und «BamS» im Zeitraum von Juni bis September 2013 untersucht. «Das ist kein Journalismus, das ist publizistisches Wirtschaftshandeln mit parteipolitischer Schlagseite», so die Autoren.

Die Studie zeige, dass die Wahlkampfberichterstattung zwei großen Leitlinien gefolgt sei. Zum einen sollte sie das Geschäftsmodell der «Bild»-Medien unterstützen, also größtmögliches Publikum gewinnen, um Aufmerksamkeit auf dem Werbemarkt an Anzeigenkunden weiter zu verkaufen. Zum anderen hätte sich «etwas ‘Bild‘-Untypisches» gezeigt: Die Springer-Blätter hätten auf bekannte und bewährte Dramatisierungen verzichtet und auf Große Koalition orientiert. «Statt die Polit-Schlacht um Deutschlands Zukunft auszurufen, werden Gemeinsamkeiten von Unionsparteien und SPD betont, sowohl Peer Steinbrück als auch Sigmar Gabriel mehrfach als Traumpartner von Bundeskanzlerin Merkel vorgestellt». Als eine Erklärung dafür sehen Arlt und Storz das «Ziel des Springer-Konzerns, der führende digitale Verlag zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werde die Kooperation der wichtigen politischen Kräfte benötigt».

Die beiden Autoren betonten, dass ihre «Bild»-Studien nicht als eine Fortsetzung der in den 1960er und 1970er Jahren geäußerten «Bild»-Kritik gelesen werden dürfe. Die Position von «Bild» und «BamS» in der deutschen Medienbranche habe sich grundlegend verändert. «Wir reden heute nicht mehr über das Schmuddelkind, sondern über das Vorbild der Branche.» Sowohl die Kampagnen gegen Griechenland 2010 und gegen Christian Wulff 2011/12 als auch die Berichterstattung über den Bundestagswahlkampf 2013 seien die Speerspitze eines massenmedialen Trends. «Aufzeigen und aufklären, was die ‚Bild’-Medien machen, heißt heute, der Medienbranche einen Spiegel vorzuhalten», so Arlt und Storz.

Jupp Legrand, Geschäftsführer der Otto Brenner Stiftung, erklärt im Vorwort zu der Studie, «Bild» und BamS« benutzten »ihre politischen Freunde kaum weniger als ihre politischen Gegner für den eigenen Erfolg, der sich in Auflage, Werbeeinnahmen und am Ende in der Jahresbilanz niederschlagen soll«. Die Erkenntnisse von Arlt und Storz, vor allem deren These, »dass die beiden Springer-Blätter damit in Deutschland nur die Spitze des Medien-Eisbergs bilden, verdient eine gründliche öffentliche Auseinandersetzung«. nd

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